Weiße Spuren

„Weiße Spuren….“ – Tagebuchanmerkungen des Buren

Arjen Hesseldijk zur Grönlandexpedition 1925

 

1. Anreise:

Heute von Prof. Mathieson für eine Arktis-Expedition angeworben worden

– Bilder von der Flugreise über den Atlantik gemacht – Muss ich unbedingt zuhause erzählen!

– Expeditionsschiff „Darlena“ scheint eine fähige Mannschaft zu haben, wenngleich das Schiff meiner Meinung nicht arktistauglich scheint.

Das Schiff von Mawsons Expedition 1912 in die Antarktis war geeigneter.

– Illustre Gesellschaft an Bord. Der Professor hat tatsächlich keinen Arzt engagiert!! Trottel! Frage mich wie der Expeditionen bisher überlebt hat. Na zum Glück gibt es in diesen Breiten keine Malaria. Bin froh, dass der Professor Terence Buhl und Dr. McNeil angeheuert hat. Die beiden scheinen eine Menge Wildniserfahrung zu haben.

– Noch 6-7 Tage bis zum Ziel. Werde mir von Buhl die Bräuche der Eingeborenen zeigen lassen.

Hat mir damals am Sambesi schon einmal die Haut gerettet.

– Habe heute Fotographien gesehen, die Rowntree bisher angefertigt hat. Der Mann versteht sein Geschäft! Bin etwas besorgt, dass er sich mit seinem Magen von Luis den schwarzen Koch behandeln lässt. Rowntree scheint sehr naiv zu sein, weil er seine Gesundheit der Hokuspokus-Medizin des Schwarzen anvertraut. Wenn Rowntree krepiert werfe ich Luis über Bord!

– Haben den Fjord tatsächlich nach 6 Tagen erreicht. Sind zu später Stunde noch hinausgerudert, um das Monument zu betrachten. Habe zusammen mit Rowntree Photos angefertigt. Der Nordmann aus der Mannschaft ist ein ausgezeichneter Navigator.

– Haben heute das Monument bei vollem Tageslicht betrachtet. Mit einem Wort …. Gigantisch! Ich bin der Meinung ägyptische Merkmale an der Figur und dem Opfer(tier?) zu erkennen. Dies scheint bei Mathieson und Ethelrod Aufmerksamkeit zu erregen. Hatte im Folgenden eine aufschlussreiche Unterredung.

McNeil ist der Meinung, dass die 7 Platten aus Obsidian sind. Unfassbar!!

Haben begonnen die Platten zu dokumentieren. Die Mannschaft hilft großartig mit.

 

2. Das Monument:

 

Maße des Monuments:

– 100m (Länge), 70m (Höhe), 10m (Tiefe)

– Material: 7 Obsidianplatten (Zaunpfosten?) die entlang ihrer Höhe von 70m miteinander

auf unbekannte Art und Weise „verschweißt?“ sind. Ca. 40000 Grad Hitze

wären dazu notwendig.

– Bearbeitung: Meißelspuren (Schrift) und Schmelzspuren (Signum?)

 

Inhalt des Monuments:

– „Ein grässlicher, formloser Wächter wacht im Tempel auf dem Berg.“

– Zauber für Wasserwesen „Zoth aggua“

– „Das Volk hat die Stadt auf den Ruinen einer älteren Stadt gebaut.“

– prähistorische Stadt mit Gärten und Parks (Palmen und Farne)

– Name der Stadt „Commoriom“

 

3. Saboteure

 

Am dritten Tag der Dokumentation des Monuments fiel das Besatzungsmitglied Mike Ronfield einem feigen Anschlag zweier mysteriöser Gestalten zum Opfer. Die Gestalten lösten eine als sicher und stabil bekundete Eisplatte die im Folgenden das Besatzungsmitglied in die Tiefe riss und dem Ozean bislang noch nicht entrissen werden konnte. Entsetzlich!

Bei der Aufklärung des ungeheuerlichen Vorfalls trug Mr. Rowntree die Beobachtung bei, dass eine der Gestalten blonde, die andere rote Haarfarbe hätten. Dies verwundert insofern, dass die hiesigen Eingeborenen stets schwarzes Haar haben. Auch fiel bei der Verfolgung der hinterlassenen Spuren der Mörder durch den Nordmann Kjarrson und die französischen Bergsteiger auf, dass diese kaum Abdrücke im Boden hinterließen, während sie selbst knietief einsanken. Hierzu wurde von mir ein Beweisfoto angefertigt, dass diese Absonderlichkeit dokumentiert und klar zweigt, dass weder Verfolger noch Verfolgte Schneeschuhe trugen. Die Meuchler entkamen, da die Verfolgung ergebnislos abgebrochen werden musste. Die Spur verlief weit ins Landesinnere in eine Richtung fernab von bekannten Siedlungen der „Rohfleischfresser“ – so lautet die gängige Übersetzung des Wortes „Eskimo“ in der Eingeborenensprache. Mir erschaudert, wenn ich an die Bezeichnung dieses Volkes denke.

Mein Zimmergenosse Mr. Buhl schickte sich zwar sogleich an mir ein Plädoyer für die Eingeborenen zu halten und bestand darauf, dass die Eingeborenen so ein Verhalten nicht an den Tag legten. Allerdings kenne ich derartige Plädoyers auch aus den Aufzeichnungen von Mr. Livingston über die von ihm angeblich zum Christentum bekehrten Eingeborenen an den Ufern des Sambesi. Noch heute denke ich mit Schrecken an die Expeditionskameraden, die ihr Leben im Pfeilhagel „bekehrter“ Wilden ließen, um anschließend gefressen zu werden.

Nun ich denke wir sollten in Erwägung ziehen mit den Wilden hier genauso zu verfahren wie mit den Kannibalen am Sambesi, falls sie sich wieder blicken lassen.

Arjen Hesseldijk

An Bord der Dalena, Frühling 1925

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