2. Termin: Die Nacht des vierten Tages

Commorium! Commorium!“ schrie Prof. Mathieson um etwa 3:00 morgens, klopfte an alle Türen und weckte damit alle.

Er war sich einer wissenschaftlichen Sensation sicher, während Etholrod kaum eine Miene verzog und die Aktion seines Kollegen wohl innerlich missbilligte.

Aber auch McNeil beschwerte sich erst einmal kritisch. Als die anderen almählich Wach wurden, drängte sich sehr schnell der Verdacht auf, dass der Professor mehr wissen muss, als dass es sich bei Commerium nur um eine „hyperboräische“ Stadt mit tropischen Klima und einer immensen Stadtmauer gehandelt haben muss.

Etwas in die Enge getrieben, und etwas bleich „nur“ eine Hypothese äußern zu müssen, gab der Professor zu, in Zusammenarbeit mit Ethelrod und Bhule bereits konkrete Vermutungen angestellt zu haben, wo sich die Stadt befinde. Die Expeditionsteilnehmer gaben sich aber damit nicht zufrieden und fragten nach den Quellen, worauf sich Prof. Mathieson es für sinnvoll hielt alle zu einer nächtlichen Unterredung einzuladen.

Rowntree folgte der Einladung sogleich, während sich die anderen erst noch etwas überzogen. Damit konnte der Journalist noch erblicken, dass Etholrod in ziemlicher Hast einige Aufzeichnungen und Bücher auf dem Schreibtisch wegräumte.

SS DarlenaBjarke hatte gerade an Deck Dienst mit Hardy, der es aber vorzog Luis im Warmen bei der Vorbereitung des Seemann-Frühstücks zu „helfen“. Bjarke bemerkte schnell das Schreien des Professors, ging nachsehen und sah nur noch einen Hesseldijk, der in der Kajüte von Ethelrod und Mathieson verschwand und Bjarke zugestikulierte mit hinein zu kommen.

„Setzen Sie sich doch“, hieß es fünf Minuten später in dem etwas eng gewordenen Raum, in dem jeder der Expeditions-Teilnehmen anwesend war.

Die renommierten Wissenschafter erzählten zunächst ihrer Arbeit an den Eltdown Shards, welche die Grundlage für ihre waren, und von topographischen Begebenheiten auf Grönland, wonach es ihnen gelungen sei, einzuschätzen wo Commorium läge. McNeil fühlte sich dabei als Geologe zu Recht etwas ausgeschlossen, und bedrängte die Herren mit Fragen, welche Ethelrod in seiner „charmanten“ englischen Art zurückzuweisen wußte, vor allem dann als sie den Fragenden, eine beinahe der schnell improvisierten Banalität preisgegeben Karte mit einem „X“ präsentierten. Rowntree war davon angewidert, und deutete unverholt auf die von Ethelrod weggeräumten Stapel an Büchern und Arbeitsmateralien.

Mathieson war etwas überrascht, lenkte aber nach der Vertrauensfrage – besorgt nach akademischen Rhum – ein, und gab in Einverständnis mit Ethelrod und Bhul die gesammelten Erkenntnisse preis. Es wurden kurz einige Bücher und Resourcen genannt woher die Informationen stammen sollen, und schließlich wurde die Karte vom „prähistorischem“ Grönland präsentiert, so wie Ethelrod, Mathieson und Bhul es sich vor etwa 20.000 Jahren vorstellten, samt tropischem Klima.

Bjarke bemerkte zwei Gebiete, die im Namen ein „Thule“ trugen, und befragte die Herren darauf. Es wurde u.a. im Zusammenhang mit „Hyperborea“ kurz etwas von Robert E. Howards Conan-Geschichten erwähnt, worauf sich Chuck Granger als Fan outete, aber trotzdem versuchte vor den Herren, und vor allem als Student unter Mathieson, sein Ansehen zu wahren.

Ethelrod fand das ganze nicht lustig, und nachdem er wegen Bjarke und einem seltsamen „X“ im Wasser nachzuschlagen begann, bezweifelte er die wissenschaftliche Kompetenz, aber noch mehr das Vertrauen des Seemanns in den Studien, und es entbrannte eine offene Konfrontation – nicht nur zwischen ihn und Bjarke, sondern auch zwischen ihn und McNeil.

„Was hat die Mannschaft davon, diese Erkenntnisse nicht zu erfahren? Was ist Ihnen da so wichig, dass das zurück gehalten werden soll?“, fragte Bjarke während vor allem Ethelrod, er und McNeil ziemlich lautstark geworden sind. Ethelrod drohte Bjarke sogar damit, dass es Konsequenzen für ihn haben werde, aber gottseidank konnte Prof. Mathieson schlichtend eingreifen und vertagte das Gespräch auf den Tag, und den Hinweis, dass es besser wäre, ausgeschlafen zu sein. Zudem entschuldigte er sich auch für seinen Kollegen und versuchte weitgehenst Contenance zu wahren. Rowntree zog es zu diesen Zeitpunkt schon al ersten zu Bett.

Die Expeditions-Crew wurde aber vor allem von Ethelrod nochmal darauf angewiesen, diese Erkenntnisse vorerst für sich zu behalten, während er den letzten Tee ausschenkte, und sich nochmal vergewisserte, dass die Franzosen nicht anwesend waren.

Die verbliebenen Expeditions-Teilnehmer begaben sich daraufhin erstmal wieder zu Bett, außer Hesseldijk, der während der ganzen über eine Stunde andauernden Unterredung nicht verstecken konnte, dass er im Vorfeld schon etwas mehr erfahren hatte. Man begang ihm Neugierigkeit nachzusagen. Und dann noch Rowntree, den es etwas später, als alle wieder nächtigten an Deck zu einer Unterredung mit Bjarke zog, die von Hesseldijk nicht unbemerkt blib.

Hesseldijk bekam davon leider nicht viel mit außer, dass beide den Professoren etwas mehr auf die Finger schauen wollten. Rowntree empfand Hesseldijks „Morgenspatziergang“ sogar als etwas penetrant und zog sich sehr schnell zurück.

Ein Gedanke zu “2. Termin: Die Nacht des vierten Tages

  1. Ja mein Bluff ging fürchterlich daneben und Rowntree hat sich schön blamiert. Mich würde dennoch interessieren, ob und welche Mythosbücher Mathieson und Ethelrod in ihrer Kajüte versteckt haben.

    Hesseldijk ist ein übler Genosse, er scheint mir genau der richtige für den Job des Wächters zu sein. Ich vermute mal das er notfalls sogar so weit gehen würde und jemanden (uns?) zu töten, wenn es ihm befohlen wird.

    Bjarki hingegen ist einfach nur gedlgierig. 200$ für eine Stunde im Berg , respektive Stadtmauer. Okay die Gefahr ist groß aber die gesamte Expedition hat nur 2000$ an Bargeld dabei.

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