Jagd nach lovecraftschen Werken 2009

ALLEN LESERINNEN, LESERN, SCHREIBERINNEN, SCHREIBERN UND TEAMMITGLIEDERN von CTHULHU.DE wünsche ich ein FROHES, GESUNDES, NEUES JAHR. Der 01.01.2010 erscheint mir ein guter Zeitpunkt das literarisch-lovecraftsche Jahr 2009 noch einmal kurz zu rekapitulieren und das ein oder andere Werk vorzustellen bzw. wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Erschienen sind…

„Winds of Change“ von Jason Brannon (Basilisk Verlag). Und das gleich zu Beginn des Jahres. Drei Geschichten bilden den Inhalt des 177 Seiten starken Bandes. Im Horror-Forum.net wurde der Titel von vielen Mitglieder kritisch, im großen und ganzen jedoch positiv besprochen. In der „Lovecraft/Cthulhu-Liste“ ist das Buch noch unter „AUF VERDACHT“ vermerkt, da mir bisher die nötige Zeit zu einer Auseinandersetzung mit dem Werk gefehlt hat. Natürlich würde ich mich über Meinungen, ob „Winds of Change“ zum lovecraftschen Tenor gezählt werden kann, freuen; die L/C-Liste werde ich dann auch dem entsprechen aktualisieren.

„Dagons Erben“ von Tobias Bachmann (Basilisk Verlag). Im März erschien der zweite Band der „Edition Arkham“. Bei einer einmaligen Auflage von 99 Stücke war das 125 Seiten starke Buch schon nach kurzer Zeit ausverkauft . Überraschenderweise gab es ein paar Monate später die Nachricht, dass noch einige, wenige, unnummerierte Exemplare zur Verfügung stehen würden. So war es dann wohl noch einer Handvoll Lesern vergönnt diesen – eigentlich schon vergriffenen – Titel zu ergattern.

„Der schwarze See“ von Barbara Büchner (Sieben Verlag). Im April erschien – nach dem Infotext auf seinen Backcover zu schließen – ein All-Age-Phantastikroman in lovecraftscher Tradition. In den letzten Jahren hat die Zahl sogenannter All-Age Literatur sprunghaft zugenommen. Viele Phantastik-Leser sind dazu übergegangen kritisch das ihnen vorliegenden Buch mit eben jener Bezeichnung zu prüfen, da damit oftmals die übliche Mischung aus Vampir-Werwolf-Romantik usw. verbunden zu sein scheint. Von jüngeren Schmökerfreunden wird das Genre dafür sehr enthusiastisch aufgenommen, was nicht heißen soll, diese Leserschaft hätten einen minderen Geschmack. „Der schwarze See“ habe ich ohne Vorurteil und Erwartungen gelesen. Zwar begegnet der geneigte Leser hier nicht dem üblichen Figuren des All-Age Genre, der Ablauf ist jedoch fast derselbe. Ein Gruppe Jugendlicher wird mit dem Übernatürlichen (in diesem Fall Außerirdische die die Welt unterjochen wollen) konfrontiert. Zwischen den Hauptprotagonisten entsteht im Laufe der Handlung ein engere Beziehung und das Ende hat, nach einigen Widrigkeiten, einen positiven Ausgang. Mein persönlicher Eindruck nach der Lektüre: Die Autorin entwickelt ein durchaus glaubhafte Handlung, lässt ihre Protagonisten jedoch eher hölzern und klischeehaft wirken. Die erwähnte „lovecraftsche Tradition“ bekommt man leider nicht zu spüren; dazu fehlt es der Story an nötiger Intensität des Unheimlich-Übernatürlichen. „Der schwarze See“ wurde in der L/C-Liste unter „IN LOVECRAFTSCHER TRADITION“ vermerkt.

„Cthulhu“ von H.P. Lovecraft (Festa Verlag). Der April brachte uns den fünften Band der neu übersetzten Gesammelten Werke Lovecrafts. Die Festa-Ausgaben stellen ein schöne und preiswerte Alternative zu den Bänden der Edition Phantasia dar, die leider schon seit einiger Zeit (bis auf Band 3 und 5) als vergriffen gelten.

„Volk der Finsternis“ von Robert E. Howard (Festa Verlag). Schon unlängst hatte der Festa Verlag eine Kehrtwende, Back to the Roots, angekündigt. „Volk der Finsternis“( im Oktober erschienen) und alle weiteren unheimlichen Geschichten von Howard, gesammelt in voraussichtlich sechs Bänden, dürfte dafür ein guter Anfang sein; nicht zu vergessen die angekündigten Bände von C.A. Smith, auf die viele Leser ebenfalls gespannt warten dürften.

„Metamorphosen – Auf Lovecrafts Spuren“ (Verlag Torsten Low) ist ein Anthologie der Edition Geschichtenweber, die von Manuel Bianchi, Sabrina Eberl und Nina Horvath herausgegeben wurde. Erscheinungstermin war ebenfalls Oktober. Inhaltlich sollte es um die unheimlichen Veränderungen ganz normaler Menschen gehen. Schon einige solch gearteter Geschichten wurden von den verschiedensten Autoren geschrieben und auch Lovecraft war diese Thematik nicht unbekannt; dafür dürfte „Schatten über Innsmouth“ als Paradebeispiel dienen.

Auf der Suche nach dem Wahnsinn

„Die Weiden“ von Algernon Blackwood habe ich vor einigen Jahren, gerade in der Zeit meiner literarisch Orientieren, gelesen. Es muss eine Anthologie gewesen sein, vielleicht aber auch eine der Sammlungen Blackwoods; die Erinnerung daran ist mir nicht mehr gegenwärtig genug. Damals habe ich dieser Geschichte nicht viel Beachtung geschenkt; ebenso dem Autor, der ja eigentlich zu den Koryphäen der englischen Gespenster- und Grußelgeschichte zählt. Es musste dauern bis mir dieser anerkannte Schriftsteller wieder vor die Nase kam und dann geschah es in Form eben jener Geschichte, die in einer schönen Ausgabe und mit einem Reisebericht Blackwood’s versehen im Verlag Heinrich & Hahn schon 2007 erschienen ist. Der Verlag hat seine Tätigkeit zwar Ende 2008 eingestellt, der Titel ist jedoch bis auf weiteres lieferbar. Die Geschichte nun habe ich mit, zugegebenermaßen, wenig Enthusiasmus begonnen, musste aber angenehm-überrascht feststellen, dass mir hier, eigentlich schon zum zweiten mal, ein phantastisches Kleinod in die Hände gefallen und mein Geist wach genug war dies auch zu erkennen. Der von Lovecraft so oft angeführte „Kosmische Schrecken“ wird deutlich spürbar; das schreckliche Gefühle der Protagonisten, Mächten außerhalb jeder Vorstellungskraft ausgeliefert zu sein, ergreift unweigerlich auch den geneigten Leser. Die Lektüre von „Die Weiden“ sei hiermit also, für alle die das Vergnügen noch nicht hatten, sehr empfohlen.

Titel: Die Weiden
Autor: Algernon Blackwood
Verlag: Heinrich und Hahn Verlag
Umfang: 152 Seiten
ISBN: 9783865970442
Preis: 14,90 Euro
Inhalt:

Auf einer Kanutour, die den Ich-Erzähler und seinen schwedischen Freund von der Donauquelle in Donaueschingen bis zur Mündung ins schwarze Meer führen soll, erreichen die beiden schließlich hinter Preßburg die Schütt, eine befremdliche, gottverlassene Landschaft, die aus nichts als Wasser, Wind und Weiden zu bestehen scheint. Auf der Suche nach einem Rastplatz für die Nacht, biwakieren sie auf einer der zahllosen Sandbänke. Das Wasser steigt unaufhörlich, immer größere Teile der Insel brechen in den reißenden Fluss, der Wind peitsch die Weidenbüsche. Draußen auf dem Strom treibt etwas vorbei, ein Otter, möglicherweise ist es aber auch eine Leiche; in der Ferne stakt ein Bauer in seinem Kahn vorüber, der sich bei ihrem Anblick bekreuzigt, aber nicht näher kommt. Beides verstärkt noch das Gefühl des Verlassenseins und einer ungewissen Bedrohung. Die Szenerie zieht beide in ihren Bann und ruft so etwas wie Furcht hervor; nachts tauchen riesige, ungeheuerliche Gestalten auf, das Kanu schlägt leck, ein Paddel geht verloren, und am Ende haben beide das Gefühl, nur mit knapper Not etwas Entsetzlichen entronnen zu sein. Anlass für diese Erzählung war eine Kanufahrt, die Algernon Blackwood mit einem Freund auf der Donau unternahm und über die er 1901 einen längeren Beitrag schrieb für das englische Macmillan’s Magazine. Dieser Reisebericht erscheint hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung.

Zwei Titel, die ich durch sehr großen Zufall aufgestöbert habe, sind einmal als Dämonenland Heftroman und als Vampir Horror Heft erschienen. Über den lovecraftschen/cthuloiden Charakter beider kann ich nur spekulieren; der Vollständigkeit halber möchte ich sie hier aber aufführen. Beide Titel wurden in der L/C-Liste unter „AUF VERDACHT“ vermerkt.

Titel: Die Meer-Bestie (Dämonen-Land Nr. 48)
Autor: Logan Derek
Verlag: Bastei Verlag
Umfang: 65 Seiten (Heft)
ISBN/ISSN: Nicht vorhanden
Preis: 0,95 Euro

Titel: Der Götze vom anderen Stern (Vampir Horror-Roman Nr. 183)
Autor: Earl Warren
Verlag: Erich Papel Verlag
Umfang: 64 Seiten (Heft)
ISBN/ISSN: Nicht vorhanden
Preis: 0,60 Euro

INAHLTSQUELLE: Der jeweilige Verlag (siehe Verlinkung)

4 Gedanken zu “Jagd nach lovecraftschen Werken 2009

  1. In dem Band „Das leere Haus“, welches für ähnlichen Preis zu haben ist, bekommt man neben den Weiden auch den Wendigo (empfehlenswert!), besagtes Haus und Á cause du sommeil et à cause des chats.
     

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