Spielercharaktere

Auf der Suche nach einigen SCs die sich als vorgefertigte Charaktere eignen, bin ich mal meinen Fundus durchgegangen und ich muss feststellen das ich seit 1984 doch einige bisweilen sehr skurille Charaktere erschaffen habe. Einen Teil davon möchte ich euch nicht vorenthalten. Vorhang auf für:

– Dr. Hendrik van Deik: holländischer Staatsbürger der nach einem Eklat in die Staaten auswandern musste und sich in Arkham niederließ. Im gehört der Laden Needful Things, ein kleiner Trödelladen in dem es alles mögliche gibt. Nebenbei arbeitet er als Dozent an der Miskatonic University, ist Mitglied in der Arkham Occult Society und Begründer des Literarischen Zirkels des Okkulten in Arkham.

Henry, wie ihn seine Freunde nennen, nannte bis vor kurzem einige restaurationswürdige Mythosbücher sein eigen. Diese wurden aber bei einem Einbruch komplett entwendet.

Nach einem Besuch in den Tiefen einer unterirdischen Höhle leidet er neben seiner angeborenen Klaustrophobie auch an einer Tiefenangst.

Seine bisherige Begegnung mit dem Mythos beschränkte sich auf Mi Go, Byakhee, Schlangenwesen, Ghoule und Krötenwesen. Dies reichte aber um sein Weltbild mehr als zu erschüttern.

Neben Holländisch und Englisch, spricht er keine weiteren Sprachen, ist aber des lateinischen und griechischen in der Schrift mächtig. Wenn er sich nicht seinem Laden widmet ist die Fliegerei sein liebstes Hobby.

Im grossen und ganzen ist Dr. Hendrik van Deik meine Hommage an Indiana Jones. Ins Leben gerufen wurde er irgendwann im Herbst 1988, wenn ich mich nicht täusche. Damit ist er mein am längsten lebender Cthulhucharakter. Am Rande sei noch erwähnt das sein Cthulhu Mythos bei 40% liegt.

Heute tritt Henry nur noch ganz selten in Aktion.

–  Extra für eine damalige Grossbritannien Runde hab ich Prof. Dr. Jonathan Edward Hopkins ins Leben gerufen. Als Völkerkundler mit Schwerpunkt keltische Geschichte und einem Doktor in Biologie hat er sich recht schnell einen Namen als besonnener Vertreter seiner Zunft gemacht. Er veröffentlicht regelmäßig u. a. Artikel im Gentlemen’s Magazine, Archaeologia, Nature und im English Historical Review. In den beiden letztgenannten hat er auch eine regelmäßige Kolumne. Prof. Hopkins ist Mitglied im United University Club und es geht das Gerücht um das er der Society for Psychical Research welche sich mit Seelenforschung beschäftigt und 1882 gegründet wurde, angehört. Letzteres bestreitet er aber vehement. Finanziell unabhängig besitzt er ein Häuschen im Norden Londons, welches er von seinen Eltern geerbt hat. Sein Lebensmittelpunkt ist jedoch eine geschmackvoll eingerichtete Wohnung im Stadtteil Bloomsbury nahe des britischen Museums und seiner Arbeitsstätte, dem University College in der Gowerstreet in London. Ihm gefällt die Atmosphäre des Viertels in dem schon Shelley, Coleridge, Swinburne, Dickens und Thackery, um nur einige zu nennen, gelebt haben. Lose Kontakte werden ihm zur Bloomsbury Group um Virginia Woolf, ihrer Schwester, der Malerin Vanessa Bell, den Schriftstellern E. M. Forster und Lytton Strachey, dem Maler Roger Frey, der Kunstmäzenin Lady Ottoline Morrel und dem Wirtschaftswissenschaftler John Mayhard Keynes nachgesagt.

Man darf aber annehmen das es sich gerade bei letzterem eher um ein Gerücht handelt, da Prof. Hopkins zum damaligen Zeitpunkt, als sich die Gruppe traf gerade Mitte Zwanzig war und noch lange nicht die Popularität hatte, die er heute inne hat.

–  Der frühere Einbrecher, Charmeur und spätere Dichter Glen Nightingale fiel leider dem all zu frühen Tode einer Bande von Verbrechern in Arkham zum Opfer. Gerade in sein zweites Abenteuer verwickelt wurde er hinterrücks erschlagen. Als Spielleiter fungierte hier der frühere Cthulhu Chefredakteur Wolfgang Schiemichen, Mitspieler in dieser play by Email Runde waren unter anderem Frank Heller, Manfred Escher und Holger Göttmann…  😉

– Um die Abenteuer im Berlin Band zu spielen wurde Max Gärtner ins Leben gerufen. Kommunist aus Überzeugung, tagsüber in einer Druckerei beschäftigt, ging er des nächtens seiner wahren Leidenschaft nach. Als Pianospieler in verschiedenen Clubs wurde ihm seine Liebschaft zu Thea Liebreich zum Verhängnis und er begann in den Bergen Turins Selbstmord.

–  Sein Nachfolger wurde Martin Baumeister, ein Berliner Schriftsteller (Krimis). Nach den Vorkommnissen des Jahrhundertsommer lebt er im Münchner Exil.

–  Nie zum Einsatz hingegen kam bisher Giovanni Battista Vettori, der dem in den 20er Jahren eher überholten Beruf des Reisebegleiters nachgeht, wie schon sein Vater und sein Großvater vor ihm. Als gebürtiger Florentiner spricht Giovanni neben Italienisch auch fließend Englisch, Französisch und Deutsch. Ich bin gespannt wann und ob ich ihn überhaupt noch spielen werde.

–  Auch der Theologe Dr. David Gutiérrez SJ, ein Jesuit kam leider nie zum Einsatz. Der gebürtige Spanier spricht neben seiner Muttersprache noch Italienisch, Deutsch und Englisch.

–  Der Ägyptologe Dr. Archibald Belknap-Long, ursprünglich für einen One-Shot entwickelt (daher auch der nicht sonderlich einfallsreiche Name) hat nicht nur die gesamten Abenteuer aus der Ägyptenbox und Im Zeichen des Stieres überlebt, nein er konnte auch bereits einige Ausflüge in die Traumlande für sich verbuchen. Nach dem Zusammenstoß mit diversen deutschen Geheimorganisationen, Nachfahren der Templern, Sand- und Spinnenwesen und Ubbo-Sathla kann ihn nichts mehr erschrecken. Unnötig zu sagen das sich Archie in regelmäßigen Abständen in (nerven)ärztliche Behandlung begibt und eine Sammlung von Mythoswerken [Unaussprechliche Kulte, Nameless Cults, The Golden Bough und True Magick] sein eigen nennt.

Ähnlich wie van Deik war er Offizier im Großen Krieg und ist Hobbypilot. Während er es in der Archäologie zu einer Koryphäe gebracht hat ist es ihm bisher eher selten gelungen seine Flugkünste auch nur rudimentär zu verbessern. Noch heute enden 2 von 3 Landungen in einer Bruchlandung.

–  Mein einziger Charakter, den ich in der Neuzeit für Cthulhu gespielt habe ist der forensische Mediziner Dr. Robin Cook der für das FBI arbeitet. Nach diversen Vorkommnissen einer nicht näher genannten Insel im Pazifik wurde er aus dem Dienst entlassen und musste in Kanada untertauchen.

–  Für die Berge des Wahnsinns erschuf ich den Fotografen Simon L. Rowntree und den Kryptozoologen Samuel J. Winslow. Immerhin überlebte letzterer den Ausflug in die Antarktis.

Laird Ian Angus McKinbrace ist der letzte einer Reihe schottischer Adeliger und Hexer. Neben dem Familienschloß in Schottland umfasst das Vermögen noch ausgedehnte Ländereien in der Umgebung, ein Stadthaus in London und einen Feriensitz in Lands End / Cornwall. Als Mitglied des House of Lords (ja unser Laird hat noch einen richtigen Adelstitel) verfügt er über einen Platz im Britischen Parlament. Zum Fuhr- und Flugpark gehören u. a. ein Rolls Royce Silver Ghost und eine Junker F13. Der Charakter wurde absichtlich mit der Prämisse erschaffen, mehr als genügend Geld und Einfluss zu haben um gegen den Mythos anzutreten. Laird McKinbrace hatte schon in den 80er Jahren einen Auftritt bei Cthulhu Live. Er selbst verfügt nicht mehr über die Fähigkeiten und Kräfte seiner Vorfahen.

–  Das Geheimnis um das Geisterschiff von Caerdon löste Cedric „Bran“ Brune. Durch seinen Beruf als Geisterfotograf war er geradezu dafür prädestiniert. Cedric hat ein Faible für alles keltische und hat ein eigenes „Fotostudio“ in Lands End. Derzeit wartet Cedric auf weitere Abenteuer.

–  Ebenfalls einen Kurzauftritt hatte der Schriftsteller Edward Jeffries im Tannerhill Haus.

–  Derzeit bin ich mit Charles Arthur Morrigan, seines Zeichens Psychiater in der Königsdämmerung Kampagne unterwegs.

Das sind nicht alle meine Cthulhu Charaktere, Dr. Peter Freeman, mein allererster Charakter, ein Psychologe ist leider in früheren Umzugswirren verschollen, außerdem fehlen diverse Charaktere aus Oneshots (meist vom SL vorgefertigt) und Figuren die es nie über den Status einer Idee hinaus geschafft haben. Aber die wichtigten und die die mir ans Herz gewachsen sind, habe ich alle in diesem Artikel aufgeführt.

In der Zukunft würde ich noch gerne einen Bibliothekar, einen Antiquitätenhändler und einen Museumskurator spielen. Für alle 3 habe ich schon Namen und eine passende Hintergrundgeschichte.

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5. Termin: Danuks Aufzeichnungen

I. Die Reise beginnt.

DanukDer Pfaffe und andere respektlose Eindringlinge haben dem alten Schamanen Alkohol eingetrichtert. Danach hat seine lose Zunge sicher Inuit-Geheimnisse verraten. Nukah soll sich lieber zukünftig in Acht nehmen – dem Ältestenrat habe ich natürlich berichtet.

Die seltsamen Kinderspuren habe ich in der letzten Woche öfters gesehen, auch die Tierspuren mit 6 Füßen. Nicht fern von unserem Städtchen schlafen wohl kleine Füße in noch kleineren Bettchen.

Ein Freund der Ausländer wurde entführt, einen Tag bevor ich mich der Expedition ins Eis anschließen wollte. Weiß gar nicht warum diese Wichtigtuer sich so aufregen. Einer mehr oder weniger … bei uns sterben auch jedes Jahr Menschen eines unnatürlichen Todes. Leben kommt, Leben geht. Der Entführte ist sicher tot, der Stein den ich fand schlug seinen Schädel ein.

Eine höhere Macht wollte mich von der weiteren Spurensuche am Tatort abhalten – leider erfolgreich. Ein Sturmbrett peitschte mich zu Boden und drängte mich mit kalten Fingern und einer noch kälteren Peitsche zurück.

Mit 15 Schlitten sind wir dann viele Stunden später aufgebrochen. 30 Leute. Ich habe diesen Abenteurer mit auf meinem Schlitten. Er scheint ein Problem mit mir zu haben, duldet keine Jäger und Krieger, die besser sind als er. Will er sich wirklich mit meinem Messer messen? Hat er die geringste Ahnung davon, wie Robbentod auf Fleisch reagiert?

Hat mir später gesagt, ich solle mich selbst um Schnaps kümmern. Als ich es tat bezeichnete er mich als Dieb. Soll seine lose Zunge zügeln, sonst werde ich diese einst aus seinem Schädel lösen. Trotzdem mag ich ihn irgendwie, er spricht aus, was er denkt. Er scheint etwas Ehre zu besitzen, anders als dieser Fotograf, der mein Volk fast stündlich durch den Schmutz zieht.

Wir haben inzwischen einen guten Weg zurückgelegt. Die letzte mir bekannte Siedlung auf dem Ostweg passiert. In der Ferne erblickten die Ausländer eben kleine Gestalten auf dem Berggipfel. Während der eine etwas von einem Pfahlkopf stammelt, schreibe ich schnell diese Zeilen als Andenken. Entweder die vertragen keinen Alkohol oder etwas in ihren verkommenen Genen scheint gerade auszuwuchern. Egal, werde gleich mal fragen, was eigentlich los ist.

Fast hätte ich’s vergessen: Bin jetzt Christ und bekomme regelmäßig Wein vom Pfaffen geschenkt. Ein wenig fromm dreinschauen und auf den Mund. Sicher ist sicher.

Ende der 1. Aufzeichnung von Danuk, dem Jäger.

Status Quo

Hier mal ein paar Charakterisierungen zum Status Quo der Gruppe:

Ethelrod hält einiges auf Terrence Bhul, aber es ist nicht so ganz klar, ob er ihn als wandelndes Lexikon hält, oder auch seine Leistung als Völkerkundler auch respektiert. Im Endeffekt wohl beides, aber dafür ist seine Persönlichkeit zu undurchdringbar und oft auch zu distanziert.
Menschlich verlangt Ethelrod der Mannschafft einiges ab. Und es kann ihm offensichtlich nicht schnell genug gehen (Zitat „Was ist denn dabei, da nachts mit Taschenlampen hochzuklettern! So kalt ist es doch nun auch wieder nicht!”). Ob da noch anderes dahinter steckt, oder sich Etholrod nur als Art „Eseltreiber” sieht, ist fraglich.

Prof. Curtison scheint der gediegenere Wissenschaftler zu sein, der alles eine Spur langsamer angeht und sich die Zeit nimmt, die er braucht – auch wenn er wie alle unter Zeitdruck steht, da der Monolith bald in das Fjordstürzen wird. Er geht jedenfalls voll in seinen Theorien auf, und soweit wissenschaftlich haltbar, teilt auch gerne mit anderen. Man sieht ihm deutlich an, dass es es bei weitem nicht seine erste Expedition ist. Allerdings ist es auch nicht Ethelrods erste Expedition…

Chuck ist ja „nur” Student, und da er noch nicht soviel Ahnung von dem Ganzen hat, schaut er gerne mal hier und da vorbei, unterhält sich gerne mit den Leuten (auch den Franzosen). Er ist eine symphatische und gern gesehene Persönlichkeit, von der man allerdings kaum eine Ahnung hat, wo er sich gerade auf dem Schiff rumtreibt. Offensichtlicht zerren die Aufgaben der Expedition ein wenig an ihm, und es fehlt ihm auch das wissenschafftliche Durchhaltevermögen. Schnell wird ihm langweilig, wenn er nicht weiterkommt, oder nur kaum bei der Übersetzung helfen kann. Dann treibt er sich wieder rum, oder sucht sich eine andere Beschäftigung.

Terrence Bhul verbringt mittlerweile viel Zeit bei Ethelrod und verhalf mit seinem Wissen über die Inuit-Sprache zur entgültigen Entschlüsselung. Er ist zwar ähnlich distanziert wie Ethelrod, weswegen sich die beiden wohl so gut verstehen(?), hingegen stößt man bei ihm auf Freundschaft und man kann ihm abundzu auch ein Lächeln entlocken. Offensichtlich ist er ein sehr schüchternen Mann mit großer Scham, der wohl noch mehr in seiner Inuit-Welt lebt als in der Realität. Den Respekt den man ihm entgegenbringt genießt er zwar, tut ihn aber auch als „selbstverständlich” und „nicht der Rede” Wert ab.

Bei den Franzosen ist mittlerweile der Ernst eingekehrt, und obwohl ihre Arbeit an der Steinwand eigentlich stinklangweilig ist, nehmen sie sie mit voller Aufmerksamkeit war. Man hat „ihre Art und ihren Humor” mittlerweile akzeptiert, kommt mit ihnen bestens aus (der eine mehr, der andere weniger), und sieht dass sie definitiv ein nützlicher Teil des Teams sind.

Mittlerweile kennt auch jeder jeden auf dem Schiff, vielleicht noch nicht jeden Namen der Mannschafft auf Anhieb, aber man kommt eigentlich gut miteinander aus, auch wenn man bei gewissen Personen vorsichtig sein sollte was man sagt. Der Kapitän ist entpuppt sich als erfahren, zwar hart aber auch sehr gerecht. Die Leute respektieren ihn und die gesamte Besatzung arbeit gut zusammen.