Eine versunkene Stadt

Nachdem er eingeschlafen war, befiel ihn ein noch nie dagewesener Traum von riesigen Zyklopenstädten aus titanischen Blöcken und vom Himmel gestürzten Monolithen, die vor grünem Schlamm troffen und unheilvolle Schrecken bargen. Wände und Säulen waren von Hieroglyphen bedeckt, und von unten, unbestimmbar, von wo, war eine Stimme erklungen, die keine Stimme war…
H. P. Lovecraft
Der Ruf des Cthulhu

Sollte es tatsächlich wahr sein? Ist ein Teil einer Stadt der Tiefen Wesen, vielleicht gar ein Außenposten R’lyehs gefunden worden? Die Presseagentur Reuters hat jedenfalls eine interessante Meldung veröffentlicht, die ganz sicher in die eigene „Prof. Angell Box“ gehört:

Basalt rock wall found in ocean near Taiwan

TAIPEI, Jan 5 (Reuters) – A biodiversity researcher has found a huge basalt rock formation in the Taiwan Strait, resembling a city wall and rivaling similar monoliths on land. The 200 metre-long, 10 metre-high undersea wall, which looks like thousands of pillars packed together, is near the Pescadores archipelago, researcher Jeng Ming-hsiou said on Monday.

Jeng, who is a professor at the state-run Academia Sinica in Taipei, was diving in the area when he saw and filmed the wall, about 40 km (25 miles) west of Taiwan’s main island. „It was completely unexpected,“ said Jeng. „It’s not easy to see these formations underwater.“ Basalt walls such as the famed Giant’s Causeway on the coast of Ireland and the Wairere Boulders of New Zealand are known to have occured on land but seldom, if ever, found at sea.

The Taiwan Strait formation, which local media have compared to a city wall, likely began with a volcanic eruption as far back as 1,800 years ago, Jeng said.

Vielen Dank an Frank Heller für die Info!

Cthulhu im Gaslicht – Jack the Ripper

Aus der Hölle

Mr. Lusk,

Sir ich schicke ihnen eine halbe nihre von einer von den Fraun habs für sie aufgehoben das andere Stück hab ich gebrahten und gegeßen es war sehr lekker fielleicht schick ich ihnen noch das blutige Meßer mit dem ich sie rausgeschniten habe wenn sie noch ein Bisschen länger waten.

Unterzeichent von Fang-mich-doch-Mister-Lusk

Jack the Ripper ist wohl einer der berüchtigtsten Kriminalfälle der Geschichte. Der Mörder von vier Prostituierten im Londoner Elendsviertel Whitechapel, wurde nie gefasst und seine Identität gilt bis heute als ungewiss. Die perfekte Vorlage für eine traurige Berühmtheit… In diesem kleinen Artikel möchte ich nicht den Fall rekonstruieren (der wahrscheinlich hinlänglich bekannt sein dürfte), sondern einige Lesehinweise geben, die dann der geneigte Leser selbst verfolgen kann.

Es gibt inzwischen hunderte Bücher, Filme und auch Comics die sich mit dem Fall beschäftigen (Autoren, Geschichtsforscher und vor allem Amateure haben rund 70 mögliche Ripper gefunden!) und gerade für Cthulhu ist die Geschichte um den mysteriösen Mörder mit seinen eigenen undurchsichtigen Motiven interessant. Im Szenario Nebel der Wahrheit von Jens Peter Kleinau und Heiko Gill (zu finden in: London – Im Nebel der Themse) versuchen die Investigatoren den Fall Jack the Ripper zu lösen. Das Szenario orientiert sich an Originalschauplätzen und bekannten Persönlichkeiten des Jahres 1888 und verknüpft die Morde mit dem Mythos und seinem kosmischen Grauen.

Wer etwas über die Tatsachen erfahren will, kann zunächst einmal das deutsche Wikipedia zu Rate ziehen. Es bietet bereits eine unglaubliche Fülle an Informationen über den berühmten ungelösten Fall und dann gibt es da ja noch die englische Ausgabe der Online-Enzyklopädie. Sie hält noch einiges weitere für den Interessierten Hobbykriminalisten bereit, mitsamt weiterer Links und Quellen.

Aber das ist natürlich noch längst nicht alles. Es gibt ein ganzes Casebook über Jack the Ripper. Angefüllt mit Zeitungsartikeln, offiziellen Dokumenten, natürlich den Ripper-Briefen und vielen weiteren Puzzelteilen. Hier wird jedem interessierten auch ein Einblick ins viktorianische London geboten und es gibt eine unglaublich umfangreiche Liste von Ripper-Medien, wie Filmen, Büchern, Artikeln usw. Eine unglaubliche Menge an Informationen in die man sich vertiefen und wahrscheinlich auch schnell verlieren kann.

Es gibt auch eine große deutsche Seite die sich mit den Morden in Whitechapel beschäftigt und eine sehr eingängige Adresse im Netz hat: www.jacktheripper.de. Auch hier findet der „Ripperologe“ Zeitungsartikel, die Ripperbriefe, eine Übersicht der Ermittler und dazu noch vieles mehr. Doch das Zeitungsarchiv ist besonders erwähnenswert, listet es doch deutschsprachige Zeitungen (wie die Allgemeine Zeitung München oder das Berliner Tageblatt) auf die über Jacks Taten berichten. Das macht die More auch für Deutsche Charaktere interessant!

Gut, die Lektüre der Akten, Zeitungsartikel und Aufzeichnungen kann (trotz ihres Themas) vielleicht recht trocken sein, warum nicht einfach die zahllosen Ripper-Medien als Infotainment nutzen? Kürzlich habe ich Robert Blochs Interpretation des Ripper-Mythos gelesen und als recht unterhaltsam eingestuft. Zwar bleiben die Figuren ein wenig gesichtslos, doch der Fall wird auf interessante (und authentische) Art und Weise dargestellt, mitsamt den Ermittlungen von Inspektor Abberline und seinem (erfundenen) amerikanischen Experten in Sachen Medizin. Wer also Lust auf einen 280seitigen Roman vom Psycho-Schöpfer (Psycho ist auf jedenfall sehr zu empfehlen!!!) hat, sollte sich in den Antiquariaten nach Der Ripper umschauen. Leider hat der Roman bisher keine Neuauflage erlebt.

Und dann erscheint diesen Winter (pünktlich zum Weihnachtsfest) die Neuauflage von Alan Moores From Hell. CrossCult hat die alte, dreibändige Auflage aus dem Tilsner Verlag in ein stabiles Hardcover mit rund 600 Seiten gebannt. Ausgestattet mit Lesebändchen, einer redigierten Übersetzung und neuen redaktionellen Anhängen wird das Ganze aller Wahrscheinlichkeit nach ein ziemlicher Prachtband werden. Inhaltlich erwartet den geneigten Leser natürlich der Fall Jack the Ripper:

1888 bringt ein bis heute anonymer Mörder vier Prostituierte im Londoner Stadtteil Whitechapel um. Morde von ausgesprochener Brutalität: den vier Dirnen werden die Kehlen aufgeschlitzt, ihre Unterleiber werden verstümmelt. Die Person und die Motive des Täters liegen bis heute im Dunkeln.
1988 begann Alan Moore die Arbeit an From Hell. Zehn Jahre sollte er für dieses monumentale Werk benötigen, das mehr ist als nur eine minutiöse Aufarbeitung und Interpretation der Ereignisse in und um Whitechapel jener Tage. Auf sechshundert Seiten schildert dieser berühmte grafische Roman, wie sich reale Ereignisse und irrationale Ängste im London Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Massenparanoia ungekannten Ausmaßes ausweiten…

Die Graphic-Novel wurde bereits mit Johnny Depp unter dem Titel From Hell verfilmt und zeichnet ein düsteres, nebliges und von Gaslichtlaternen erhelltes London des Jahres 1888. Ob der Film dem Comic gerecht wird, kann ich leider nicht sagen, da ich bisher nur den Film kenne, aber der Comic wird ganz sicher unter dem Weihnachtsbaum liegen!

Ein Besuch in der Hölle gefällig?

„Die Hölle gibt es wirklich”, so titelte angbelich 1993 die finnische Zeitung Ammennusatia. Wir sind hier wieder einmal total erstaunt, was sich in den Weiten des Internets alles finden lässt, und sind der Sache natürlich nachgegangen. Unsere Überzeugung ist es, dass es sich dabei nicht um die Hölle, sondern die Kerker der Großen Alten handelt und es den fiktiven Cthulhu-Mythos tatsächlich gibt.

Möglicherweise finden wir im Internet Beweise für diese Behauptung, wenn nicht, haben wir jedenfalls wieder genug Material für das nächste Abenteuer.

„The Sound from Hell”

Folgend soll diese freie Übersetzung des Vorfalls in Sibirien als Einleitung dienen, gerne auch als Handout für die Spieler:

Schreie menschlicher Läuterung wurden angebllich von einer Gruppe norwegischer und sowjetischen Geologen aufgenommen, als sie ein Loch von 14,4km Tiefe in die Kruste der Erde bohrten. Die zutiefst verunsicherten Wissenschaftler denken jetzt, sie hätten die Schrecken der Hölle an die Erdoberfläche befördert.

„Die Informationen, die wir im Moment zusammentragen ist so erstaunlich, dass wir in der Tat sehr erschrocken sind von dem, was wir dort unten gefunden haben.”, berichtet Dr. Azzacov, der Leiter des Projektes in Sibirien.

„Eine weitere Überraschung sind die hohen Temperaturen, die wir dort nähe des Zentrums der Erde, gemessen haben. […] Unsere Berechnungen deuten darauf hin dass es etwa ungefähr 1.100°C sein müssten.”, betont Dr. Azzacov und zeigt einige Skizzen und Berechnungen. „Das ist viel mehr, als wir ursprünglich angenommen haben. Das kann nur heißen, dass es dort unten ein wahres Feuerinferno geben muss!”

Weiterlesen „Ein Besuch in der Hölle gefällig?“

Albert Kahns „Les Archives de la Planète“

Albert Kahn (*1860 in Frankreich) war eine der Persönlichkeiten, die schon früh erkannten, dass sie ihren Reichtum nutzen wollen, um der Welt ein großes Erbe zu hinterlassen. Im Zeitraum von 1908 and 1930 schickte der Banker zahlreiche Fotografen rund um den Globus, um so ein Bild der Welt festzuhalten, das die Völker der Erde – frei von Industrialisierung – zu Beginn des 20. Jahrhunderts so zeigen sollte, wie sie noch wirklich waren.

Das so entstande „Archiv de la Planète“ beinhaltete am Ende über 72.000 Farbfotografien und etwa 100 Stunden Film, insgesamt in 48 Ländern der Erde aufgenommen. Die Fotografen kammen dabei in abenteuerlichen Reisen von Brasilien bis in den Himalaya, erlebten die Geburt von neuen europäischen Staaten und waren selbst in Verdun mit dabei.

Zu Gute kam dem Projekt die Erfindungen der Brüder Auguste und Louis Lumière, die 1904 ihre Autochrom-Platten vorstellten, womit es erstmals möglich war, farbige Fotografien zu machen. Das Verfahren forderte dennoch lange Belichtungszeiten. Zuvor machten die Brüder schon mit dem Cinématographe von sich reden, der aber eher selten auf den Reisen eingesetzt wurde.

Albert Kahn war immer eine Persönlichkeit, die gerne in den Hintergrund trat, und die immense finanzielle Mittel aufwendete, um das Projekt am Leben zu erhalten. Schließlich sollte ihm und dem Projekt der Börsencrash 1929 das Genick brechen, auch wenn er bis dato einer der reichsten Männer Europas war. Die letzten seiner Fotografen kehrten 1930 nach Frankreich zurück.

BuchcoverAb 1986 begann man verbliebene Fotografien und Filme im Museé Albert Kahn in Paris zusammengetragen. Es öffnet auch heute noch seine Türen für Besucher. Zudem finden sich dort Kahns japanische Gärten, die sich auf insgesamt vier Hektar erstrecken. Möglicherweise war diese Gartenfaszination und eine Geschäftsreise nach Japan 1908 auch der Ausschlag für Kahn, überhaupt mit dem Archiv zu beginnen.

Wem der Weg nach Paris zu weit ist, kann mit dem Buch The wonderful world of Albert Kahn vorlieb nehmen, dass die BBC zur gleichnamigen neunteiligen Fernseh-Dokumentation im Rahmen der Reihe Edwardians produzierte. Die Dokumentation läuft derzeit noch auf dem Discovery Channel, allerdings schon in der letzten Episode.

Hier nochmal alle relevanten Links: