Die Sommerinterviews 2008 – Tobias Bachmann

Mit Tobias Bachmann haben wir heute den Autor von Das Spiel der Ornamente als Interviewpartner. Gemeinsam mit Markus K. Korb schrieb er im letzten Jahr den Episodenroman Das Arkham-Sanatorium, der in Lovecrafts hexenverfluchten Stadt am Miskatonic spielt. Tobias Bachmann ist außerdem Übersetzer, hat Kurzgeschichten zu unterschiedlichen Anthologien beigesteuert (Die Legende von Eden, Liberate me, Disturbania) und ist nicht zuletzt Autor der Bücher Kaleidoskop der Seele, Novalis‘ Traum und Auspizien.

Cthulhu.de-Team: Erst einmal vielen Dank für das Interview! Bevor wir mit den einzelnen Fragen starten, wäre es toll wenn du dich kurz vorstellen würdest, Tobias.

Tobias Bachmann: Dass die schwierigsten Fragen auch immer zuerst kommen müssen… Nun gut: Ich wurde 1977 in Erlangen geboren, wo ich noch immer lebe und arbeite. Ich habe eine kleine Tochter, die leider nicht bei mir lebt, und bin fest liiert. Man bezeichnet mich gerne als kreativen Chaoten; ich bin ein sportlicher Genussmensch, ein friedlicher Rebell, fischessender Vegetarier…, eben ein Mensch der Gegensätze in sich vereint. Neben meiner Berufung, der Schriftstellerei, habe ich auch noch einen Beruf, der die verwirrende Bezeichnung Heilerziehungspfleger trägt. Bis vor kurzem verdiente ich mein Geld noch in einem Wohnheim für Erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung. Seit kurzem habe ich jedoch in die Tagesstätten gewechselt, wo ich es nun mit Kindern zu tun habe. Wenn ich ausnahmsweise mal keine Geschichten ersinne oder irgendwelche Menschen betreue, dann mache ich ab und an auch ein wenig Musik. Viele Jahre war ich aktiver Rockmusiker, habe auf der Bühne in die Tasten gehauen und dabei meine Haare geschüttelt. Seit sich jedoch mein letztes musikalisches Projekt in Wohlgefallen aufgelöst hat, komme ich kaum noch zum Musik machen. Ich schreibe vermehrt, übersetze auch ab und an mal für verschiedene Verlage, und manchmal kommt es sogar vor, dass ich Zeit zum Schlafen finde.

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Die Sommerinterviews 2008 – Christian "starwarschef" Schaller

Cthulhu.de-Team: Auf den Rücken der Supporter wird das kosmische Grauen durch ganz Deutschland getragen. Zeit sich einmal diese besondere Spezies der Kultisten näher anzuschauen. Ich habe hier zufällig gerade jemanden greifbar: Christian, stell dich doch mal kurz vor!

Christian „starwarschef“ Schaller: Welche Ehre…

Christian Starwarschef Schaller
Christian "Starwarschef" Schaller

CT: Ehre wem Ehre gebührt!

Swc: Zu mir, mein Name ist Christian Schaller, aber geläufiger dürfte mein Nickname in diversen Foren sein: Starwarschef. Mittlerweile habe ich die dreißig schon ein wenig überschritten und verdiene meinen Lebensunterhalt als Sozialfuzzi und Hobbypastor (was soll man nach einem abgeschlossenen Studium der Theologie und der Erziehungswissenschaften auch anderes machen).

CT: Wie bist du denn in diesen Strudel aus Horror und Wahnsinn geraten, den wir allgemein als unser Hobby bezeichnen?

Swc: Auf das Hobby Rollenspiel bin ich Mitte der Achtziger gestoßen, als die Fighting Fantasy-Bücher von Penguin-Books damals noch vom Thienemann-Verlag auf den deutschen Markt kamen. Zwangsläufig stieß ich dann auf Das Schwarze Auge, spielte ein wenig D&D und war von der ersten deutschen MERS-Ausgabe begeistert.
Leider war es mir schon damals selten vergönnt selber als Spieler teilzunehmen, so dass ich immer der Spielleiter sein durfte. So oblag es dann auch mir, die Abenteuer und die Settings auszuwählen.
Der Bereich der Fantasy war mir irgendwann dann auch zu langweilig, es gab nicht viel Neues, so dass ich mich dann mehr an stärker in die Richtung der Science Fiction (bzw. Space Fantasy und Science Fantasy plus Cyberpunk) bewegte (Star Wars und Shadowrun).
Cthulhu kam dann als Zweitrollenspiel für gruselige Abende dazu.

CT: Wie bist du denn auf Cthulhu aufmerksam geworden?

Swc: Anfang der 1990er stieß ich auf die günstige Cthulhu-Ausgabe von Hobby Products, kurz bevor Laurin seine Cthulhu-Sachen veröffentlichte und so nahm das Schicksal dann seinen Lauf. Zumal ich damals irgendwie der Fantasy überdrüssig geworden war, weil sich die Abenteuer immer mehr ähnelten und es wenig neue Sachen zu entdecken gab. Am Anfang war es aber eher ein Sekundärrollenspiel für mich und ich habe mit den Spielern viel ausprobiert, bis die Stimmung für mein Cthulhuspiel gefunden habe; von Indykopien über Gangsterepisoden bis hin zu Splatterabenteuern.

CT: Und welche anderen Rollenspiele hast du noch gespielt oder spielst du noch?

Swc: Oje, fangen wir mal bei A an, AD&D habe ich schon geleitet und gespielt, das und D&D erwähnte ich bereits, MERS, Paranoia, Rifts, Shadowrun, Star Wars (daher auch der Nick), Torg (ein äußerst unterschätztes Rollenspiel von West End Games), Traveller und sogar die WoD habe ich mal besucht (wenn auch nur kurz). Und dann noch diverse andere Exoten wie Tales of the Floating Vagabound, Machoweiber mit dicken Kanonen,…

CT: Stattliche Auswahl! Was sind deine derzeitigen Favoriten?

Swc: Mittlerweile spiele ich fast nur noch Cthulhu und Star Wars (in dieser Reihenfolge), Shadowrun ist als Drittrollenspiel noch dabei Und durchs Püppchenschieben und D&D-Demorunden inspiriert schaue ich mir auch gerade ein wenig die Iron Kingdoms an.

CT: Zurück zu den Großen Alten: Cthulhu ist ja schon etwas Besonderes. Was begeistert dich daran?

Swc: Der Reiz von Cthulhu liegt für mich im Wahnsinn und im Alltäglichen. Es macht mir (als Spieler) Spaß quasi-realistische Figuren zu verkörpern und keine Söhne (oder Töchter) des großen Gottes BLAH, die mit 97 Feats ausgestattet, auf Stufe 13 rumlaufen und nur noch das letzte Schwert von XY suchen. Aber das gibt es ja mittlerweile online (habe ich gehört).
Bereits im Bereich des Fantasy-Rollenspiel war ich (als Spielleiter) irgendwann diese „Tür auf- Monster tot- Abenteuer“ leid (obwohl mir Munchkin sehr gut gefällt), so dass ich dann irgendwann eher NSC-betonte und auch detektivische Abenteuer geleitet habe.

CT: Und was ist deine Lieblingsepoche bei Cthulhu?

Swc: Vor allem mag ich die 1920er, sowohl in den USA als auch in Deutschland

CT: Was haben die 20er was die anderen Epochen nicht haben?

Swc: Nun ja, es ist sowohl in den USA als auch in Deutschland eine politisch sehr interessante Zeit, es gibt eine Menge neuer Technologien (für die damaligen Menschen) und das Ganze hat eine gewisse Grundstimmung, die mehr ist als die Prügel- und Schießorgien anderer Rollenspiele in der Neuzeit und Gegenwart. Und wer wollte nicht mal Al Capone oder Indy begegnen?!

CT: Tja, und welche Epoche kann dir gestohlen bleiben und warum?

Swc: Da gibt es eigentlich keine, wieso auch?!
Okay, das Mittelalter hat mich bisher am wenigsten interessiert, aber das liegt vielleicht auch einfach daran, dass es von vielen zu fantasy-like angegangen wird. So fragte mich in einer Demorunde mal jemand, wo auf seinem 1000 A.D.-Bogen die Zaubersprüche stünden, da es ja im Mittelalter Magier gegeben hätte…

CT: Äh, das war sicherlich eine sehr interessante und vor allem auch bleibende Begegnung, zu diesen und ähnlichen Erfahrungen kommen wir ja gleich noch. Kurz noch zu Cthulhu: Unabhängig von der Epoche, was ist dein Lieblingsszenario?

Swc: Hmm, im Nachklang der CthulhuCon 2007 darf ich da ja nur eines nennen:
Devil´s Children von Pagan Publishing, ein Abenteuer, das ich schon mehr als ein Dutzend Mal geleitet habe.

CT: Ja, ein schönes Abenteuer. Ganz kurz für alle die es nicht kennen, worum geht’s
?

Swc: Nun ja, das Abenteuer beginnt mit den Hexenprozessen von Salem und die Spieler schlüpfen in die Rollen von vier gottesfürchtigen, puritanischen Mädchen… und es endet dann in der Gegenwart. Ich will da nicht zuviel verraten, da gerade dieses Abenteuer von einigen Überraschungsmomenten lebt. Aber ich kann es nur empfehlen und wen es interessiert, der findet es mittlerweile bei Yog-Sothoth zum Download. (Anm CT: Link hinzugefügt)

CT: Schreibst du eigentlich auch selbst Szenarios?

Swc: In meiner Cthulhu-Anfangszeit eigentlich nur, vor allem wegen fehlender Abenteuer. Mittlerweile haben die deutschen Cthulhu-Publikationen in meinen Augen aber ein Niveau erreicht, dass sie nur schwer zu ignorieren sind, so dass 90% der von mir geleiteten Abenteuer nicht aus meiner Hand stammen. Dabei muss ich an der Stelle aber auch gestehen, dass ich noch nie ein Abenteuer komplett aus dem Buch übernommen habe, sondern es immer irgendwie der jeweiligen Kampagne oder den Spielern angepasst habe.

CT: Wie sieht es mit Artikeln aus? Ich erinnere mich an ein Projekt über den Alltag in den 20er Jahren. Was hat es damit auf sich?

Swc: Manchmal stößt du während deiner Spielrunde auf Sachen wie die Frage, ob es 1920 schon Tesafilm gab und dann fängst du halt an zu recherchieren. Da sich vor einiger Zeit ein paar Leute im Cthulhu-Forum zusammengerauft haben, um sich genau solchen Fragen bzw. den Antworten darauf zu widmen, entstand da die Idee, solche Sachen mal zusammenzutragen. Ich arbeite nun gerade an der Apotheke in den 1902er und hoffe das bis Ende Juli endlich mal zusammengeschrieben zu haben; leider fehlt es mir dann doch oft an der Zeit, besonders wenn ich noch für angehende Cthulhu-Autoren Abenteuer in Luxushotels probespielen soll.

CT: *husthust*

Swc: Ach ja und das Tesafilm erst wurde 1935 unter dem Namen „Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm“ auf den Markt gebracht.

CT: Eine Überleitung vom Kautschuk-Klebefilm zum Support schaffe ich nicht, darum versuche ich es auch gar nicht. Also ganz ohne Umschweife, jetzt das Thema Pegasus-Support: Wie bist du denn da hineingeraten?

Swc:Tja, das war so eine Sache. Nachdem ich dem Rollenspiel beruflich bedingt einige Zeit abstinent geworden war (bis auf meine StarWars Gruppe), habe ich mich vor zweieinhalb Jahren mal im Netz bezüglich der Rollenspielsituation in Deutschland kundig gemacht und stieß auf der Pegasus-Seite auf das Supportbewerberformular. Und nach einiger Zeit des Supports für Munchkin, Chez Geek usw., habe ich dann vor zwei Jahren auf der Feencon mit dem Supporten von Cthulhu angefangen. Und nach einigen Cons und diversen Ladendemos macht es mir immer noch Spaß.

CT: Sind die Cthulhu-Runden denn gut besucht?

Swc: Auf Cons eigentlich immer, bei Ladendemos ist das so ein Sache. Mein erstes Demorundenangebot habe ich im Sommer 2006 gemacht, aber es hat schließlich ein halbes Jahr gedauert, bis ich eine Runde gespielt habe. Was aber auch daran liegt, dass ich gerne mal spontan eine halbe Stunde Munchkin spielen kann, aber mir drei bis vier Stunden Zeit für ein Rollenspiel zu nehmen, gerade wenn ich diese Spielform nicht kenne, ist schon etwas anderes. Aber mittlerweile läuft es in meinem Support-Laden (dem Dragonlord Games in Dillingen/ Saar) recht gut, da ich mich mit dem Shopkeeper Andy und einigen Rollenspielern aus dem Laden auf regelmäßige Rollenspieldemos verständigen konnte.
Nach langer Zeit Shadowrun am Montagabend, ein wenig Ars Magica und D&D sowie zahlreichen Cthulhu-Demorunden spielen wir derzeit mal ein wenig Star Wars. Für Cthulhu bietet sich was Ladenrunden anbelangt vor allem die dunkle Jahreszeit an.

CT: Und wie funktioniert das Supportgeschäft? Harte Arbeit oder unendlicher Spaß?

Swc: Prinzipiell ist das immer eine Einstellungssache, damit meine ich, dass es darauf ankommt wie du die Sache betrachtest. Die zu animierenden Spieler sollten also schon das Gefühl haben, dass du dich bei Cthulhu auskennst (Regel, Mythos, Zeit, usw.), was unter Umständen auch schon einer gewissen Vorbereitung bedarf.
Bei einer Supportrunde weißt du vorher selten, was dich erwartet (an Spieler, Situationen usw.), so dass du dir schon mal über alle möglichen Eventualitäten Gedanken gemacht haben musst. Aber andererseits ist das Rollenspiel ein Hobby von mir und ob ich das nun zuhause mit Freunden oder als Demo in einem Laden mache, stellt für mich nicht unbedingt einen Unterschied dar.
Natürlich kann es auch mal passieren, dass du Spieler vor dir hast, die nur aus Langeweile da sitzen, um die Mitspieler oder den SL zur Weißglut oder in den Wahnsinn zu treiben, aber so ist das dann halt. Es gab noch keine Runde, bei der ich mich wirklich geärgert habe und so ist es, auch wenn es manchmal harte Arbeit ist doch immer jede Menge Spaß (auch wenn mir dieses Attribut gerade bei Cthulhu immer ein wenig fehl am Platz erscheint).

CT: Was hast du denn für Abenteuer parat?

Swc: Jetzt sofort zum Leiten?? Was willste denn spielen??
Ernsthaft, zu meinen Standardsupportabenteuern gehören vor allem OneShots wie Last Men Standing und Projekt Pi (die sehr actionhaltig und pulpig sind), Paul Wegener und Kati S. habe ich für NOW parat sowie Das entsetzlich einsam gelegene Haus oder Feuer und Asche für die 1920er. Einige der genannten Abenteuer sind zwar etwas schienenlastig, aber gerade für Supportrunden bietet sich ein gewisses railroading an, da ja nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht.

CT: Gutes Stichwort: Railroading. Das wird ja oft kritisiert und diese Kritik wird regelrecht zelebriert, wie siehst du das? Du bist ja recht aktiv als Supporter, spielst in den unterschiedlichsten Gruppenzusammenstellungen und mit den verschiedensten Leuten. Was für Erfahrungen hast du gemacht mit dem roten Tuch Railroading?

Swc: Okay, das ist ein diskutables Thema, aber ich sage es mal so: Es gibt bestimmt eine Menge Abenteuer, die so veranlagt sind, dass die Spieler nur auf einem Weg in der richtigen Reihenfolge von A nach B und schließlich zum Ziel C gelangen können und dann wenig Ausweichmöglichkeiten haben. Aber erstens kann ich diesen Weg als guter SL auch öffnen, muss mir dann nur unter Umständen ein alternatives Ende bzw. Zwischenstationen ausdenken und zweitens kommt es auch auf die Stimmung und das Tempo an.
Z. B. Hatte ich auf der FeenCon eine Runde, bei dir mir ein begeisterter Spieler im Anschluss sagte, dass das Abenteuer ein schienenlastig war, aber trotzdem fand er es gut und meinte: „Ich sage das jetzt nur, weil du Kritik hören wolltest.“

Ich glaube auch, dass manche Diskussion im Rollenspielbereich scheinbar zelebriert werden müssen, sei es die Goldene Regel, das Abenteuer Rollenspiel, das Schummeln des SL beim Würfeln, der scherzhafte Erzähler usw. usf.
Da diskutier ich gerne drüber, weil es einfach so sinnentleert teilweise auch Sinn entleerend ist. Ehrlich gesagt hatte ich da noch nie ein Problem, entweder habe ich mit meiner Gruppe darüber diskutiert oder entsprechende Stellen im Abenteuer, die mir nicht nachvollziehbar erschienen abgewandelt. Und komischerweise finden sich immer noch Leute, die mit mir als SL spielen wollen, trotz des Outings als scherzhafter Erzähler.
Das ist ein Thema, da könnte ich jetzt stundenlang was zu sagen, aber ja, es gibt Menschen, die halten Railroading prinzipiell für schlecht, auch wenn ich mit ein zwei simplen Handgriffen aus einem Railroadingabenteuer eines ohne machen kann. Zumal die meisten Spieler sowieso den Weg gehen, den das Railroading des Abenteuers voraussetzt.

CT: Und von welchen schrecklichen Con-Begegbenheiten kannst du erzählen?

Swc: Was Schreckliches ist mir auf Cons eigentlich noch nie passiert, Conrunden laufen zwar nie wie geplant, aber daran liegt doch der Reiz?!

CT: Gut, als Erziehungswissenschaftler kannst du mit Härtefällen umgehen und als Theologe bleibt dir der Glaube als Anker, aber Du hast wirklich noch nie das Gefühl gehabt den Verstand bei einer Runde zu verlieren?

Swc: Doch, ständig…
Gerade wenn meine Spieler anfangen Selbstgespräche zu führen oder am Spieltisch mit Messern hantieren, weil ihr SC einen Messerfetisch hat. Das gibt mir dann schon zu denken.
Ernsthaft, gerade als SL sollte ich doch den Unterschied zwischen Spielgeschehen und Spielwelt wahrnehmen und so immer wissen, was ist real und was Teil des Spiels.
Und deswegen kann ich hier auch ganz ohne Problem „Hastur, Hatsur, Hastur!“ sagen.

CT: Und vergessen wir auch nicht den Magier des Mittelalters von oben… Wenn aber wirklich nichts allzu Schlechtes passiert, gibt es vielleicht etwas Gutes zu berichten?

Swc: Da gibt es einiges, aber was mir gerade einfällt sind die zwei Cthulhu-Runden auf der FeenCon. Die Spielerzusammensetzung war contypisch, ein paar Neulinge, unerfahrene Spieler sowie „alte Hasen“. Und während die Neulinge darum bemüht waren, das Abenteuer zu bewältigen und zu überleben, gingen die älteren stärker auf ihren Charakter ein und taten dann auch Dingen von denen sie aufgrund ihrer Erfahrung wussten, dass dies niemals funktionieren würde. Dank an der Stelle noch mal an Hypnos den Illusionisten aus dem Hotel Arcadia, es war mir eine Freude mit dir zu spielen. Gerade diese Kombination aus Neulingen, jüngeren Spieler und erfahrenen Rollenspieler macht für mich eine Menge aus, da habe ich als SL dann auch was von und mache nicht nur den Moderator des Abenteuers.

CT: Gehen wir zum Thema Lovecraft: Hast du die Geschichten gelesen?

Swc: Ja, aber ich glaube nicht alle.

CT: Welche fehlen noch? Bei mir sind es beispielsweise die Traumlande und ein paar Kooperationen aus dem Suhrkampband „Das Grauen im Museum“…

Swc: Kann ich so gar nicht beantworten, da ich viele der Geschichten bereits in den 1990er gelesen habe, in den wunderbaren Suhrkamp-Ausgaben und mittlerweile nur noch aus Recherche-Zwecken in die Bände reinschaue.

CT: Was hältst du von Lovecraft als Autor?

Swc: Nun ja, ich würde ihn weniger zu den Klasse A-Autoren zählen und sein Schreibstil ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem hat gerade dieser Erzählerstil etwas für sich und gibt dadurch auch ein gewisses Gefühl dafür, wie bedeutungslos der einzelne Mensch sein kann.
Lovecraft schreibt über relativ normale Menschen, denen relativ abnormale Dinge geschehen. Seine Protagonisten sind für mich, Menschen wie du und ich, so dass es einem relativ einfach fällt, sich in diese Leute hinein zu versetzen und den Schrecken den diese Menschen erfahren zu erahnen. So werden die abstrusen Ereignisse „nachvollziehbar“ und das Interessante ist für mich dann weniger das Ereignis sondern das Verhalten und die Psychologie des Erzählers. Und gerade dieses Grauen, das von innen heraus kommt, bedeutet für mich mehr Horror als cineastische Splatterorgien oder Torture-Porns.

CT: Gibt es Geschichten die für dich herausstechen?

Swc: Zu meinen Lieblingsgeschichten gehören „Der Flüsterer im Dunkeln“ und „Herbert West“. Erstere wegen der MiGo und letztere, weil sie eine der ersten Lovecraftgeschichten war, die mich wirklich gepackt hat (und mir dabei aufgefallen ist, dass z. B. King sehr viel bei HPL abgeschrieben hat, so ist einiges davon in Friedhof der Kuscheltiere verarbeitet).
Und „Kühle Luft“ gefällt mir auch sehr gut. Dies war übrigens die erste Cthulhu-Geschichte, die ich als „Hörbuch“ hatte; damals noch live aus dem Radio mitgeschnitten.

CT: Bei Stephen King sieht man wirklich deutliche Inspirationen und er hat ja auch einige Mythosgeschichten verfasst (Briefe aus Jerusalem z.B.). Abseits des Mythos, liest du auch andere Horrorgeschichten?

Swc: Früher sehr viel Stephen King, aber mittlerweile weniger. Die letzte Horrorgeschichte war aus einem Sammelband von Frank Turner, „Der Mann mit dem Horn“ weil ich über Delta Green auf diesen Avatar Nyarlathoteps gestoßen bin.

CT: Wieder zurück zum Einsiedler aus Providence: Glaubst es ist nötig Lovecraft gelesen zu haben, um das cthuloide Gefühl rüberbringen zu können?

Swc: Unbedingt musst du Lovecraft nicht gelesen haben, um Cthulhu zu spielen, aber als Spielleiter solltest du vielleicht die eine oder andere Geschichte des Mythos kennen.
Ich glaube auch, dass dieses „cthulhoide Gefühl“ äußerst unterschiedlich verfasst sein kann (was das Rollenspiel anbelangt).

CT: Was ist für dich denn cthluhoid?

Swc: In den Geschichten, dass der Erzähler aufgrund der Geschehnisse wahnsinnig wir und/ oder stirbt. So oder so, das Grauen des Mythos bringt ihn um.
Im Rollenspiel bedeutet es für mich dann, dass die Spieler es mit etwas aufnehmen, von dem sie wissen, dass sie es eigentlich gar nicht besiegen können, aber sie tun es trotzdem, aus verzweifelter Hoffnung. Und lassen sich auf Sachen ein, von denen die Spieler wissen und die Charaktere ahnen, dass es unmöglich ist zu „gewinnen“; zumindest langfristig nicht, auch wenn sich im Abenteuer selbst ein Erfolg einstellt.

CT: Lovecraft hat ja andere Autoren dazu ermutigt den Mythos weiterzuspinnen, hast du da bestimmte Vorlieben?

Swc: Weniger, wobei ich in meiner Cthulhu-Anfangszeit irgendwann auf den Hexer und Holbein gestoßen bin. Und das hat mir damals sehr geholfen, ein cthulhoides Gefühl zu finden und so den Nihilismus, den der Mythos in sich birgt für das Rollenspiel umzusetzen und nicht einfach die Spieler sterben oder wahnsinnig werden zu lassen. Dieses Prinzip der verzweifelten Hoffnung, was ich eben erwähnte. Es lohnt sich schon den Hexer mal in der Hand gehabt zu haben, auch wenn der Mythos dort etwas anders aussieht.

CT: Hast du dir auch mal das Hexer-Setting angeschaut?

Swc: Ja, aber ich kenne nur das Grundregelwerk. Kann ich übrigens nur empfehlen, gerade wenn es ein wenig pulpiger zugehen und mal was anderes aber trotzdem in der klassischen Zeit gespielt werden soll. Die Überlebenschancen sind beim Hexer um einiges größer!

CT: Wie lang so ein Interview werden kann… Also Christian, es war mir eine besondere Ehre, ich danke für das Interview und die letzten Worte gehören natürlich dir!

Swc: Was soll ich sagen? Bevor ein Roman aus dem Interview und meinen letzten Worten wird: Besucht den Chat und rettet ihn vor den Römern!!!

Die Sommerinterviews 2008

Sommerzeit – Interviewzeit. Wir sind zwar nicht das ZDF, haben auch nicht den Bundespräsidenten oder die Bundeskanzlerin als Interviewpartner und reisen ebenfalls nicht mit einem „Sommerinterviewbus“ durch Deutschland um unsere Interviewpartner aufzuspüren. Trotzdem bieten wir auch in diesem Jahr einige Sommerinterviews rund um das Thema Cthulhu und Lovecraft an, gerade weil die Resonanz im letzten Jahr doch ausgesprochen positiv war. Wir hoffen, dass euch die Beiträge gefallen, die demnächst starten werden und wünschen allen Lesern einen schönen Sommer!

Euer Cthulhu.de-Team

Das Winterinterview – Tom & Daniel

Erinnert ihr euch noch? Wir hatten mal eine kleine Interviewreihe im Sommer 2007 und als Abschluß konnte man den Blogmachern ein paar Fragen stellen. Nun Sommer haben wir zwar nicht mehr, aber wir haben es endlich geschafft die Fragen mehr oder weniger zu beantworten 🙂

Bevor wir starten habe ich mir erlaubt alle Fragen in gewisse Kategorien zu ordnen und den Fragensteller immer zu Beginn zu nennen, damit niemand sagen kann wir hätten ihn und seine Frage vergessen. Gleichzeitig hoffen Tom und ich natürlich, dass euch das Interview noch immer interessiert, es war ja nun wirklich sehr lange „in der Mache“.

Über uns

B.B.: Wer seid ihr eigentlich und seit wann spielt ihr Cthulhu?

Great Old OneTom: Ich zitiere mich selbst aus einem alten Blogeintrag: Cthulhu Fanboy und freier Mitarbeiter bei Pegasus. Admin im Cthulhu Forum, die gute Seele der Cthulhu Community. Fanatischer Sammler von Cthulhiana mit einer fast vollständigen Sammlung von Material welches jemals für Call of Cthulhu erschienen ist. Lovecraftkenner und so ganz nebenbei hab ich Cthulhu Live nach Deutschland gebracht und veranstalte seit 1989 regelmäßig 2-3 Liverollenspiele im Jahr nach den Motiven von H. P. Lovecraft.

Daniel: Tja, ich kann mich leider nicht selbst zitieren, also fang ich einfach mal an. Mein Name ist Daniel, ich bin am 08. Oktober 1982 geboren und wohne im Ruhrpott. Ich studiere Sozialwissenschaften, mit Ausrichtung auf Politikwissenschaft und weiß selbst nicht so genau was man damit am Ende anfangen kann. Neben dem Blog nutze ich meine Freizeit um zu lesen, Rollenspiele zu spielen, Filme zu gucken und dergleichen mehr. Cthulhu spiele ich schätzungsweise seit 3 Jahren, aber ich bin nicht ganz sicher. Ja, richtig gelesen ich bin noch gar nicht so lange dabei 😉

Oliver: Welchen Wert hat das Material auf Tom´s Dachboden?

Tom: Darüber hab ich mir eigentlich nie Gedanken gemacht. Es sind viele alte und seltene Dinge darunter, Bücher, Probs, Spiele. Ein ganzer Dachboden voll mit Regalen und Kisten.

Black Aleph: Welchen Wert hat das Material in Tom’s Keller I und II?

Tom: siehe die vorherige Antwort.

Anonymus der sich als Kostja herausstellte: Welchen Wert hat das Material in Tom’s Familiengruft?

Tom: Ich muss dich enttäuschen, so was wie eine Familiengruft hab ich nicht.

Anonymus der sich als Kostja herausstellte: Was hat er im Bahnhofsschließfach und was liegt im Schweizer Schließfach?

Tom: Pssst. 😉

Starwarschef: Woher kennt ihr euch?

DanielDaniel: Tatsächlich kennen wir uns nur über ICQ, Mail, Chat und das Forum, richtig getroffen haben wir uns nie und bis vor kurzem wussten wir auch nicht wie der andere aussieht, aber in dem Artikel wurden ja Bilder verlangt. Der eigentliche Kontakt kam dann über mein Blog „Azathoths Hof“. Ich hab irgendwann im letzten Jahr angefangen damit mal zu experimentieren und habe (unter anderem) eine Sammlung „unheimlicher Adjektive“ gemacht, die man im Spiel einsetzen kann, um Situationen zu beschreiben und Tom konnte die Liste für sein Blog brauchen. Die hat er dann auch bekommen und als sein Blog abstürzte hat er die Liste von mir ein zweites Mal erhalten und ich wurde sogar verlinkt! In der Zwischenzeit hab ich ein wenig bei mir gebloggt und Tom schreib dann einen der wenigen Kommentare: „Also wenn Du willst kannst Du auch für Cthulhu.de schreiben. Man könnte quasi ein Gemeinschaftsblog oder so draus machen. 😉 Servus Tom.“ Tja und so führte dann eins zum anderen und mein erster Eintrag für cthulhu.de war glaub ich die News zum Marokko-Band. Vorher hatte ich Tom mal in einem D20-Forum getroffen in dem ich unterwegs war, aber der eigentliche Kontakt kam wohl über Chat und eben das Blog. Azathoths Hof war damit natürlich gestorben, aber Cthulhu.de hat eh die bessere Adresse und das läuft hier ja auch ganz gut denke ich 😉

Tom: Ja mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Außer das wir inzwischen einander persönlich kennen.

Starwarschef: Wer ist Frodo, wer ist Sam?

Daniel: Ich bin wohl eher der Sam-Typ und trag Herrn Tom rauf bis zum Schicksalsberg 😀 Damit bleiben dir nicht viele andere Rollen übrig Tom!

Tom: Gut dann schlüpf ich in die Rolle des Frodo. Wobei der auch ohne seinen getreuen Sam nie so weit gekommen wäre. Daher gibt es keinen Frodo und Sam bei uns im Blog, nur gleichwertige Partner die Spass an Cthulhu haben.

B.B.: Gibt es auch Bilder von euch zu sehen?

Daniel: Ja.

Tom: Um Gotteswillen, wer will den das die Leser dieses Blogs beim Anblick meiner nicht-euklidisch gemusterten Hemden wahnsinnig werden.

Daniel: Sie haben es ja nicht anders gewollt!

DrStrangelove: Womit verdient ihr euer Geld, um neue Cthulhusachen kaufen zu können?

Daniel: Noch bin ich arm. Bettelstudent nennt man das wohl und ich arbeite auf meine ganz große Karriere als Sozial- bzw. Politikwissenschaftler hin *hust hust*. Wenn ich das geschafft hab, kann ich auch endlich meinen Pförtnerposten im Altenheim an den Nagel hängen, den ich derzeit allerdings mit Hingabe ausfülle. Ich beantworte Telefonate, lese Bücher und sitze herum. Ich weiß, harter Job aber irgendjemand muss ihn ja machen.

Tom: Du verstehst sicher das ich nicht darüber reden kann.

DrStrangelove: Stehen die Sterne günstig?

Daniel: Das müsste ich mal im Auge behalten, aber sollten sie günstig stehen, werden wir es ganz sicher merken!

Tom: Glaubst Du an Horoskope? Ich schon, wenn sie günstig für mich sind. 🙂

Macthulhu: Hat Euer Tag mehr Stunden als meiner?

Daniel: Nein, leider nicht. Es wäre wirklich schön, wenn ich irgendwie mehr Zeit hätte, aber leider bin auch ich an die 24 Stunden gebunden 😉

Tom: Ich hab vor einiger Zeit die 25. Stunde entdeckt. Daher kann ich die Frage mit einem eindeutigen Jahr beantworten.

Macthulhu: Und was sind Eure Lieblingsfarben?

Daniel: Hmm, schwarz wie der Himmel in einer mondlosen Nacht vielleicht? Na, wer erkennt das Zitat? 😀

Tom: eindeutig Blau.

Das Blog

Oliver: Wie viel Zeit investiert Ihr in den Blog?

Daniel: Das ist eine gute Frage und ich weiß gar nicht ob ich sie beantworten kann. Ich habe da wirklich keinen Überblick drüber und es ist auch nicht so, dass ich mich einmal pro Tag eine Stunde lang hinsetze und etwas für das Blog schreibe. Ich habe in der ersten Zeit sehr viele Ideen für Artikel gesammelt und die habe ich je nach Lust und Laune einfach geschrieben und dann veröffentlicht. Heute habe ich schon fast alle Ideen abgearbeitet und suche nun nach neuen Sachen, aber es ist immer noch so, dass ich je nach Lust und Laune schreibe. Glücklicherweise mache ich das Ganze ja nicht allein, wenn mir nichts einfällt springt Tom ein… gerade ist wieder so ein Moment, Tom, spring mal ein!

Tom: Es sind wohl mehrere Stunden in der Woche, zuviel zum Leidwesen meiner Lebensgefährtin. Während Daniel mehrheitlich die Artikel verfasst bin ich immer auf der Suche nach cthuloiden News oder halte den Blog technisch am laufen. Hier ein Plugin, dort eine kleine Änderung.

Greifenklaue: Wie findet ihr soviel News und vor allem teilweise verrückte Links zum Thema Cthulhu?

Daniel: Ich durchstöbere die Foren und Blogs, manchmal auch Youtube oder ähnliches und dann hat man einfach Glück und findet was Obskures. Den Link für den Film über den „Terrible Old Man“ habe ich zum Beispiel im Forum von WhiteWolf gefunden. Die wirklich seltsamen Sachen zieht Tom ja auch oft an Land 😉

Tom: Über die Jahre hinweg hat sich ein Gespür dafür gebildet wann und wo ich in Foren, Blogs oder auch so meine Nase reinstecken sollte.

Black Aleph: Warum sind hier ständig Bots online, oder es doch eine außerirdische Intelligenz?

Tom: Es ist uns gelungen die Bots sichtbar zu machen. Es handelt sich um Mi-Go die regelmäßig den Blog hier besuchen um sich das Wissen der Besucher und Autoren anzueignen.

Daniel: Und wenn es nicht die Mi-Go sind, dann sind es arme Seelen deren Gehirne in gewissen Zylindern stecken und verzweifelt versuchen mit uns Kontakt aufzunehmen.

Black Aleph: Bin ich real?

Tom: Nein Du bist die KI die den Blog hinter den Kulissen am laufen hält. 😉

Daniel: Ja genau, du bist so eine Art „HAL 9000“ für das Blog :-}

Das Rollenspiel

Oliver: Eure liebsten Abenteuer?

Daniel: Meine liebsten Abenteuer sind wohl „Tod an Bord“ von Peer Kröger und Uwe Matthes (Geisterschiffe), „Der lachende Mann“ von Ingo Ahrens (Festival obscure) und „Das knarrende und windschiefe Haus“ von Mark Morrison (Kinder des Käfers). Tod an Bord war das Abenteuer mit dem ich den größten Erfolg an einem Spielabend überhaupt hatte. Es lief wirklich perfekt. Die Spieler waren gepackt, ich hatte mich sehr gut vorbereitet, die Musikuntermalung war exzellent und der Plot des Abenteuers ist 1-A. Die Geschichte ist gut konstruiert, mit wenig Mythos und vielen unerklärlichen Ereignissen und dann wartet das gesamte Szenario noch mit einem Twist auf – besser geht es kaum. „Der lachende Mann“ kommt direkt dahinter, auch hier ein sehr guter Spielabend und begeisterte Spieler und eine Geschichte, die ebenso unheimlich wie tragisch war. Ich kannte die Kurzgeschichten von Thomas Ligotti und konnte mir die Szenen wie in einem Film vorstellen, alles lief sehr gut, nur leider haben die Spieler das Szenario nicht lösen können. Als letztes kommt dann ein Klassiker: Ein richtiges Spukhaus bzw. „Das knarrende und windschiefe Haus“. Alles deutet auf Geister hin, die Hintergrundgeschichte des Hauses lässt jeden Spieler vermuten, dass es ein Geist ist, aber dann ist es dieses Ding. Ein großartiger Twist für ein Geisterhaus und überhaupt sind Geister und Spukhäuser meine Favoriten, solange sie immer noch irgendwie mit dem Mythos verknüpft sind. Es sieht aus wie ein Geist, ist aber kein Geist zieht bei mir immer!

Tom: sind immer die eigenen. Der Orient Express hat es mir sehr angetan und meine damalige Gruppe musste sehr darunter leiden das ich ihn gnadenlos in einem Sommer durchgezogen hab. Sonst eigentlich jedes Abenteuer das sich in ein, höchstens 2 langen Abenden durchspielen lässt. Ein All-Time Favorit ist wohl Gestohlene Leben aus dem Kleine Völker Band.

Black Aleph: Zu wem würdet ihr beten wenn ihr Kultisten wärt? Kurzum: eure Lieblings-Götter und Wesen im Cthulhu-Mythos?

Daniel: Ich mag den Winter, also wäre es wohl Ithaqua. Ansonsten finde ich Cthulhu und die Tiefen Wesen sehr ansprechend, auch wenn Cthulhu eigentlich selten in einem Abenteuer vorkommt und die Tiefen Wesen mittlerweile schon zu oft vorkamen. Aber ich mag den „Schatten über Innsmouth“ gern, wobei ich sehe, dass wir zu den Lieblingsgeschichten noch später kommen werden. Das Dho-Gezücht ist auch sehr schön, gibt es auch noch kein Abenteuer zu, sollte man vielleicht mal machen…

Tom: Welche Mythosgottheit steht für Herbst? Ganz klar ich bin ein großer Anhänger des Großen Alten Cthulhu. Ohne Wenn und Aber. Der Rest ist für mich schmückendes Beiwerk.

Bernd Wachsmann: Seit wann spielt Ihr Rollenspiele?

Daniel: Ich glaube ich war 13 als ich die DSA-Box unter dem Weihnachtsbaum vorfand. Eigentlich wollte ich das Brettspiel haben mit den tollen Figuren, aber mein Onkel schenkte mir die Starterbox und „Al´Anfa und der Tiefe Süden“. Da ich nicht wusste was es war, hab ich dann gelesen und am ersten Weihnachtstag das Soloabenteuer gespielt. WOW! Da war ich hin weg. Weitere Soloabenteuer folgten, ich hab Trödelmärkte abgeklappert als ich alle Solos gekauft und gespielt hatte. Mein erstes Gruppenspiel kam durch einen Zufall zustande. Ein paar Schulfreunde spielten und ich hatte viel Material zu Hause, also hab ich mich als Spielleiter angeboten und das klappte auch. Ich leitete den „Zug durch das Nebelmoor“ und das lief ganz gut, aber am Ende brach die Gruppe nach dem Spielabend auseinander. Ich mochte das Spiel dennoch und deckte mich weiterhin mit Material ein, aber gespielt habe ich dann nur noch einmal und das war „Unter dem Nordlicht“. Es war eine kleinere Gruppe und das ganze war nicht besonders interessant. Dann war erst mal Funkstille mit Rollenspiel, bis ich dann irgendwann mit D&D anfing, joah und so kam ich zum Rollenspiel.

Tom: Da gibt es ja die tolle Geschichte wie ich zum Rollenspiel kam die ich jedem erzähle, ob er sie hören will oder nicht. Irgendwann im Jahre 1982 war ich wieder unterwegs um neue Spiele für meine Atari Spielekonsole zu kaufen. In dem damals einzigen Laden in München der ein vernünftiges Angebot hatte stand dann im Keller eine Glaspyramide, von Scheinwerfern angeleuchtet und ein paar recht merkwürdige Bücher darin. Drumherum standen noch ein paar ältere Jungs die sich angeregt unterhielten. Die Bücher entpuppten sich als die 1st Ed von AD&D und die älteren Jungs waren die ersten Rollenspieler mit denen ich Bekanntschaft gemacht habe. 2 Jahre später bin ich als SL auf Midgard umgesattelt, das war auch deutsch und ein wenig leichter verständlich.

Bernd Wachsman: Seit wann spielt Ihr Cthulhu?

Daniel: Noch nicht so lange. Also mittlerweile sind es schon 3 Jahre, aber das ist ja nichts im Vergleich zu dem Großen Alten Tom. Trotzdem muss ich sagen, dass Cthulhu meine Sicht auf Rollenspiele verändert hat, so intensiv wie bei Cthulhu waren die wenigstens D&D Runden.

Tom: seit dem 25. Dezember 1984. Am Vortag die Box bekommen, noch in der Nacht durchgelesen und am Abend des 1. Weihnachtsfeiertages mit 3 Freunden losgelegt.

Starwarschef: Wie sah euer cthulhoider Erstkontakt aus?

Daniel: Ich weiß leider nicht mehr ob ich zuerst von einem Freund das Buch „Das Ding auf der Schwelle“ bekam oder ob wir doch zuerst „Mr. Corbitt“ aus der alten Regelausgabe spielten. Ich meine es war zuerst das Buch. Die Geschichten waren großartig und schlugen mich sofort in ihren Bann und umso neugieriger war ich auf das Rollenspiel. Ich war zuerst unglaublich skeptisch gegenüber Horror und dann auch noch in den 20er Jahren. Ich wusste nicht so recht was ich davon halten sollte, auch wenn mich die Geschichten sehr ansprachen. Als wir dann aber spielten (ich spielte einen Professor), war ich regelrecht begeistert. Dabei muss noch gesagt werden, dass wir eigentlich nur spielen konnten weil einer aus der D&D-Gruppe keine Zeit hatte. Dies sollte nachträglich ein wahrer Glücksgriff sein. Beim nächsten Mal war ich schon der Spielleiter und ich präsentierte „Das knarrende und windschiefe Haus“ und was soll ich sagen – es lief fantastisch. Ich hätte nie gedacht, dass Horror so viel Spaß machen kann, denn ein sonderlicher Fan von Horrorfilmen war ich nie, aber ich glaube ich habe einfach immer nur das Falsche gesehen. Cthulhu war jedenfalls der Überraschungstreffer für mich und seitdem bin ich leidenschaftlicher Sammler, Spieler und auch beginnender Schreiberling, wirklich großartig und ich kann nur sagen: Danke Freunde das ihr mich zum spielen überredet habt! 🙂

Tom: Im zarten Alter von… Nein an meinen Erstkontakt kann ich mich nur noch Dunkel erinnern. Es war eins der Rosa / Lila Taschenbücher aus dem Suhrkamp Verlag das mir meine Mutter mitgebracht hat. Ein paar Jahre später entdeckte ich dann im Kataloock meines Namensvetters (alte Rollenspieler erinnern sich noch an Thomas Loock) das es ein Rollenspiel zu den Geschichten von H. P. Lovecraft gibt. Und Weihnachten 1984 lag die schwarze Box dann unter dem Weihnachtsbaum.

Bernd Wachsman: Spielt Ihr noch andere Rollenspiele?

Daniel: Nicht mehr. Ich habe früher D&D in den Vergessenen Reichen (das beste Fantasy-Setting für mich) gespielt und ich würde es auch gerne wieder spielen, aber zeitlich ist es eine Katastrophe, ganz zu schweigen davon Spieler zu finden. Sonst habe ich noch eine Forenrunde All Flesh must be eaten (welche inzwischen beendet ist) und seit neustem habe ich auch großes Interesse an Changeling: The Lost (dazu noch Grimm und Vampire – Requiem for Rome), gespielt habe ich es aber noch nicht, dafür liest es sich exzellent!

Tom: Aus Zeitgründen leider fast kaum mehr. Ich versuche zwar immer noch mich mit Freunden 1x Monat zum Rollenspiel zu treffen, aber das sind dann meist One-Shots. Bevorzugt für Cyberpunk und Unknown Armies. Über die letzten 20 Jahre hinweg hab ich bestimmt 200 verschiedene Systeme gespielt, am längsten davon vermutlich Midgard, Ars Magica und Mage: the Ascension.

Bernd Wachsman: Warum spielt Ihr gerade Cthulhu?

Tom: Oh da will ich auf diesen wunderschönen Blogeintrag von mir verweisen warum ich Cthulhu spiele.

Daniel: Das ist gemein, ich kann nirgendwo verweisen, muss alles selbst schreiben 😀 Also warum spiele ich gerade Cthulhu? Ich glaube Cthulhu ist für mich einfach das Intensivste Rollenspiel was ich bisher gespielt habe. Das liegt aber vor allem daran das ich auch nicht sooo viel gespielt habe. Gleichzeitig ist der Hintergrund von Cthulhu äußerst faszinierend und auch so flexibel. Das kosmische Grauen hat bisher nichts von seinem Charme verloren und es ist so vielseitig, dass man eigentlich viele Geschichten erzählen bzw. spielen kann. Man muss nur aufpassen, dass sie sich nicht alle gleichen.

Bernd Wachsman: Habt Ihr schon etwas für Cthulhu publiziert?

Daniel: Ich bin noch recht neu in dem Bereich, aber ich habe zwei Artikel für die CW geschrieben, die aber noch nicht veröffentlicht sind. Das ist zum einen ein Szenariovorschlag für Cthulhu Now mit einem recht kuriosen „Feiertag“ und dann noch eine Autorenvorstellung von Howard Philips Lovecraft, indem ich mich neben seinem Leben auch mit dem Rassismus beschäftige. Wie gesagt beide Artikel werden wohl nächstes Jahr erscheinen. Dann habe ich noch einen anderen Artikel in Arbeit und zwei Abenteuer. Beide Abenteuer sind für die CW, eines spielt in Mexiko und das andere habe ich mit einem Freund konstruiert und wird in einem Hotel spielen. Ich wollte so etwas schon immer mal machen und ich hoffe, dass es nicht die beiden letzten Abenteuer und Artikel sein werden!

Tom: Ich publiziere nicht, ich visioniere. Spaß beiseite, das Schreiben liegt mir nicht sonderlich, dennoch hab ich ein wenig für Cthulhu gemacht, wie man hier nachlesen kann.

B.B.: Wie beurteilt ihr die Arbeit von Pegasus & Chaosium bezogen auf das Cthulhu-Rollenspiel?

Tom: Chaosium darbt so vor sich hin und bringt nichts wirklich neues raus. Die ganzen Innovationen kommen von Seiten Pegasus. Fairer Weise muss man aber sagen das Frank Heller hier die treibende Kraft hinter allem ist. Also im großen und ganzen bin ich sehr zufrieden mit der Arbeit die Pegasus leistet.

Irgendwann wenn ich viel Zeit habe werde ich mir eine eigene Sub-Lizenz holen und dann gibt es Cthuloides made by Tom. 🙂

Daniel: Was soll man sagen, Pegasus bringt regelmäßig Material heraus und an Ideen scheint es auch nicht zu mangeln. Die Bücher sehen hervorragend aus, lesen sich ausgezeichnet und zeigen einfach das sich alle Mitarbeiter sichtlich Mühe geben. Ich lese ab und an immer wieder, dass viele Amerikaner bedauern im Deutschunterricht nicht aufgepasst zu haben, da sie die tollen Pegasus Bücher nur durchblättern können aber nicht lesen 🙂

B.B.: Welche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung hat Cthulhu in euren Augen?

Tom: Wohin soll es sich entwickeln? Ich alter Sack bin zufrieden so wie es ist. Vielleicht ein modernes Point-Buy-System und ein ausmisten der Fähigkeiten. Aber ich hab das Gefühl das ist nicht die Antwort auf deine Frage.

Daniel: Gute Frage. Das System selbst ist ein wenig angestaubt, ich glaube da würde ich ansetzen. Vom Hintergrund her gibt es glaub ich noch viele Dinge die noch nicht abgegrast sind, wobei ich finde, dass OneShots durchaus den Horror intensivieren können, vor allem wenn die SCs ganz eng mit einem Abenteuerplot verknüpft sind.

Starwarschef: Was macht für euch das besondere bei Cthulhu aus (im Gegensatz zu anderen Rollenspielen)?

Daniel: Ganz allgemein trägt Cthulhu eine besondere Atmosphäre mit sich, die ich nicht in jedem Rollenspiel sehe. Cthulhu setzt auf die Sterblichkeit der Charaktere, keine Super-Helden, keine Level 20 Paladine in Plattenpanzern die gegen Rote Drachen kämpfen (das mag ich aber auch!), es sind ganz normale Leute, die durch das Grauen zerrieben werden, was uns zum zweiten Punkt bringt: der Wahnsinn. Es gibt heute natürlich viele Rollenspiele in denen man Wahnsinnig werden kann, aber in keinem ist es schön wie in Cthulhu. Aufgrund des literarischen Hintergrundes, weiß man dass die meisten Abenteuer auf die lovecraftsche Art enden werden und das ist einfach sehr herausfordernd für Spieler und Spielleiter. Es ist nicht leicht einen Verrückten zu spielen oder den Wahnsinn zu beschreiben, aber wenn es gelingt, wenn man sich das formlose Gezücht da drüben an der Tür vorstellen kann und man merkt wie es nach dem Verstand greift, dann hat man wirklich ein intensives Rollenspiel gespielt und Cthulhu ist einfach wahnsinnig intensiv und das macht es so besonders! Natürlich hängt das alles von der Gruppe ab, aber wenn die Gruppe gut ist und es allen Spass macht, dann ist Cthulhu mit seinem Hintergrund einfach nicht zu schlagen. Ich habe nichts gegen die gotischen Horror wie er in der neuen World of Darkness Einzug findet, aber man kennt Werwölfe und Vampire einfach, aber einen Yog-Sothoth oder Azathoth hat noch nie jemand gesehen und wie Lovecraft schon sagte, die Angst geht vom Unbekannten aus.

Tom: Das dahinterstehende Setting. Als großer Freund und Bewunderer der Geschichten von H. P. Lovecraft ist es das was mich gefangen und nie mehr losgelassen hat.

Starwarschef: Genießt ihr den cthulhoiden Schrecken lieber in der klassischen Ära (1920er) oder weicht ihr auch auf andere Zeiten (Now, Gaslight, MA, SF) aus, falls ja welche???

Tom: Ich bin ein großer Verfechter der Zwanziger Jahre. Daneben erlebe ich den Schrecken noch gerne in der Gaslicht Epoche. Einige wenige Ausflüge in das Delta Green Universum, dann hat es sich mit meiner Experimentierfreudigkeit.

Daniel: Ich glaube ich kann fast jedem Setting etwas abgewinnen, bis auf Endzeit oder ausgedehnte Science-Fiction Kampagnen. Ich bevorzuge allerdings die 20er Jahre. NOW hat viel Potenzial denke ich, aber bisher ist der Funke noch nicht übergesprungen, was wohl an den Abenteuern liegt. Ich erwarte mit Spannung den Abenteuerband „Todesangst“, der sicherlich einige nette Sachen enthalten wird (Anmerkung: Der Band ist ja inzwischen erschienen *hust* Und ja, der Funke ist übergesprungen, aber die 20er bleiben mein Favorit!). Mittelalter gehört bei mir auch noch zu den Wackelkandidaten. Ich habe es nie gespielt, aber ich befürchte das es für mich zu nah an der Fantasy ist, aber wie gesagt, ich habe es noch nicht versucht.

DrStrangelove: Was ist an eurem miserabelsten Rollenspielabend alles schief gelaufen?

Tom: Solche Abende sind zum Glück bisher ganz selten vorgekommen und dann verdränge ich das auch immer ganz schnell. Wozu sich an schlechte Dinge erinnern, wenn das Leben voller positiver Ereignisse ist.

Daniel: Gut aus der Affäre gezogen 😀 Hmm, ich hatte schon einige Erlebnisse die nicht so gut liefen, aber nichts hat mich irgendwie dazu veranlasst zu denken „Hätte ich bloß was anderes gemacht an diesem Abend.“

Lovecraft

Oliver: Was sind Eure Lieblingsgeschichten Lovecrafts?

Tom: Call of Cthulhu.

Daniel: Das Ding auf der Schwelle, Die Ratten im Gemäuer, Die Farbe aus dem All, Der Schatten über Innsmouth, Die Berge des Wahnsinns, Das Grauen von Dunwich, Der Flüsterer im Dunklen, Der Ruf des Cthulhu, Pickmans Modell… hmm noch etwas vergessen? Oder sagen wir es mal so, wenn es nicht in den Traumlanden spielt, lese ich es gern 😉

Greifenklaue: Was haltet ihr selbst von den Werken von H.P. Lovecraft?

Tom: Ein Bekannter hat mal gesagt, jedes Jahr seit 16 Jahren liest er im Dezember ausschließlich Lovecraft und nichts anderes. Ich halte es so ähnlich, bei mir ist der Oktober die bevorzugte Zeit. Für mich sind die Werke zeitlos und ich vertiefe mich immer wieder gern in die Welten Lovecrafts.

Daniel: Das ist eine schöne Tradition. Ich höre abends oft ein Hörbuch von LPL-Records (derzeit ist es der Flüsterer im Dunkeln) und ab und an lese ich auch mal wieder eine Geschichte von Lovecraft. Er hat viele gute Geschichten geschrieben, aber auch einige schwächere. Ich finde aber dennoch, dass man Lovecraft noch heute sehr gut lesen kann und, dass er etwas in einem anspricht. Und nicht zuletzt hat er zahllose Autoren im Bereich der unheimlichen Phantastik bis heute beeinflusst.

Greifenklaue: Welches ist Euer Lieblings-Mythos-Autor neben Lovecraft?

Daniel: Robert Bloch ist sehr gut und ich mag auch den Hintergrund, dass Lovecraft ihn zum Schreiben angeregt hat.

Tom: Algernon Blackwood und Arthur Machen sind neben Lovecraft quasi meine Lieblings-Mythos-Autoren obwohl sie nicht direkt etwas dazu beigesteuert haben. Daneben gefallen mir die Geschichten von Clark Ashton Smith noch besonders.

Daniel: Blackwood hat mit seiner Geschichte „Die Weiden“ auf jeden Fall Lovecraft beeinflusst und man kann Blackwood einfach sehr gut lesen. William Hope Hodgeson ist auch toll, aber das hat nichts mit der Frage zu tun 😉

DrStrangelove: Welche Lovecraft-Geschichte würdet ihr gerne verfilmt sehen, wer sollte diesen Film drehen und welche Rolle würdet ihr darin am liebsten spielen?

Tom: Meine Lieblingsgeschichte ist von der HPL Historical Society bereits verfilmt worden. Hätte ich die Möglichkeit gehabt darin mitzuspielen, tja dann wäre ich wohl der Professor gewesen.

Daniel: Der Schatten über Innsmouth wäre auf der Leinwand sicher beeindruckend und Guillermo del Toro wäre genau der Richtige. Sollte er im Übrigen tatsächlich die Berge des Wahnsinns verfilmen (was inzwischen ja sicher ist), dann könnte das ein regelrechtes Highlight für Fans des kosmischen Grauens werden. Aber bleiben wir mal beim Schatten über Innsmouth. Ich finde diese Geschichte hat fast alles, Horror, Action und ein überraschendes Ende. Was ich mir allerdings auch gut vorstellen könnte, wäre eine Verfilmung von „Die Farbe aus dem All“. Der dahinsiechende Bauernhof wäre eine tolle Kulisse. Nun, welche Rolle könnte ich da übernehmen? Beim Schatten über Innsmouth ist die Sache klar und einfach: Der Angestellte im Einkaufsladen. Und bei der Farbe aus dem All würde ich zu einem der Professoren tendieren. Ach, bevor jetzt jemand schreibt: Hey, Innsmouth wurde doch schon verfilmt, schau dir mal Dagon an“, dann kann ich nur entgegnen: „Ich würde gerne eine vernünftige Version sehen mit richtigen Schauspielern und Budget!“

Synascape: Schreibt doch mal so ein bisschen darüber, wie ihr die “Cthulhu-Szene” so erlebt habt in den langen Jahren (Tom ist ja schon nen Weilchen dabei wie ich mir sagen ließ) und vielleicht auch, wie sich diese aus Eurer Sicht entwickelt und verändert hat. Alleine in “good ol’ Germany” hat es ja diverse Herstellerwechsel gegeben und manche Person kennt ihr sicher persönlich. Sozusagen ein Plaudern aus dem Nähkästchen des 20jährigen Cthulhu-Spielertums!

Daniel: Ich bin noch gar nicht so lange dabei um das beantworten zu können und auf der Cthulhu Con hab ich ja nur ganz wenige Leute kennen gelernt. Tom kann hier viel besser antworten als ich 🙂

Tom: Das ist eine Frage vor deren Beantwortung ich mich heute drücken möchte. Sie ist mir nicht unangenehm oder unwillkommen, vielmehr braucht es viel Muse und Zeit um sie entsprechend zu beantworten. Ich werde das aber zu gegebener Zeit binnen Jahresfrist nachholen. 😉

Markus K. Korb im Fernsehen

Wer gern mal den „Grausame Städte-Autoren“ Markus K. Korb im Fernsehen sehen möchte, der kann dies hier tun:

Wer sich abends gerne im Halbdunkel gruselt, darf sich auf vier spannende Kurzgeschichten freuen. Grausame Städte heißt der Titel des Buches, in dem sie zusammengefasst sind. Bei einer Lesung in der Gemeindebibliothek von Röthlein, konnte man sich jetzt einen Eindruck vom Werk Korbs verschaffen. Korb ist bereits seit 26 Jahren im „Geschäft“. Er schafft Atmosphäre, beschreibt das Unfassbare, Grausame und Gruselige bis ins Detail. In Grausame Städte 2 spannt Korb, Mitglied der Schweinfurter Autorengruppe, einen interessanten Bogen von Paris und Prag in die Heimat, in dem hier auch Friedrich Rückert eine Rolle spielt.

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