Das Tannerhill Haus Teil 3

Und der dritte und letzte Teil des Abenteuers folgt gleich hinterher.

So, ich bin mal so Frech unserem Spielleiter mit meinem Eindruck zu Teil 2 des Abenteuers zuvorzukommen. Auch wenn das einen Doppelpost bedeutet. Diesmal als eine Art Tagebucheintrag aus Sicht meines Charakters (auch wenn der sicher kein Regelmäßiger Tagebuchschreiber ist).

Edwin Foster Spofford
Richmond, September 4, 1927

Gestern habe ich Edward und Floyd wieder gesehen und das möchte ich zum Anlass nehmen mit dem Kapitel „Tannerhill House“ abzuschließen. Warum ich das mache, indem ich meine Gedanken niederschreibe und nicht durch ein Gemälde? Keine Ahnung, Edward muss wohl schlechten Einfluss auf mich haben. Sein neuster Roman war echt fantastisch. Er hat die Stimmung im Spukhaus perfekt eingefangen ohne etwas von uns zu verraten (wofür ich echt dankbar bin). Der Vermerkt „Nach einer wahren Begebenheit“ ist von daher vielleicht nicht ganz korrekt, aber künstlerische Freiheit muss auch in solchen Fällen erlaubt sein. Dass er für diesen Bestseller tatsächlich mein Werk „Sohn des Teufels“ als Cover gewählt hat, freut mich besonders.

Vater war schon etwas irritiert, weil ich einen Künstler auf die (viel zu groß aufgezogene) Verlobungsfeier eingeladen hatte. Aber nachdem ein paar Boodle Boys den Roman ausdrücklich gelobt hatten, verschwand sein Ich-hoffe-Du-liest-keine-solchen-Bücher-Blick. Die Jungs sind ganz begeistert von der Geschichte, seit ich ihnen den Schädel des angeblichen Teufelsjungen mitgebracht habe. Er wird jetzt gemeinsam mit dem Original des Gemäldes „Sohn des Teufels“ in einem kleinen Schrein im Tomb aufbewahrt.

Anders als Edward, der derzeit zumindest sehr erfolgreich ist, was mich von Herzen freut, konnte ich Floyd natürlich nicht als (ehemaligen) Bühnenmagier vorstellen. Also habe ich ihn einen Ermittler genannt. Immerhin hat er inzwischen eine Art Geisterjägervereinigung mit Herrn Carrington (unseren Auftragsgeber von damals) und Referent Lois (den Priester des Ortes Corbis Woods) gegründet. Und da es für Anwälte nicht so ungewöhnlich ist mit Detektiven zusammenzuarbeiten, hatte Vater nichts gegen einen Ermittler in meinen Bekanntenkreis einzuwenden. Allerdings scheint er nicht zu verstehen, warum ich so jemanden bei einem solchen Fest dabeihaben will.

Floyd hat auch berichtet, dass die drei Geister im Tannerhill House inzwischen von Priestern ausgetrieben wurden. Ich finde das ist ein gutes Ende. Wir wissen zwar immer noch nicht, ob nun Kathrine oder die Kinder die Wahrheit gesprochen haben, aber eines haben alle Geister gemeinsam: Sie haben nichts mehr in der Welt der Lebenden verloren. Meiner Meinung nach klang Luther nicht wie der Sohn des Teufels, aber er hat uns einen harten Kampf geliefert. Floyd und ich sind sogar bewusstlos zusammengebrochen und hatten eine Woche lang Schmerzen. Bezwingen konnten wir ihn dennoch nicht. Dafür ist mein Interesse an Séancen jetzt ein für alle Mal erloschen.

Und der Teufel wäre wohl auch in der Lage die kleine Jenni zu täuschen und vor uns ein unschuldiges Kind zu spielen. Bei Kathrine bin ich mir allerdings sicher, dass sie in ihrem fanatischen Kampf gegen Satan inzwischen nicht mehr Rational handelt. Sie hat Besitz von unserer Haushälterin Martha ergriffen und meine Cecilia angefallen. Martha befindet sich wohl immer noch in einen Sanatorium und Cecilia wirkt bisweilen auch noch ganz mitgenommen. Ob nun der Fanatismus von Kathrine aus tiefen Glauben erwachsen ist, oder andere Wurzeln hat, vermag ich nicht zu beurteilen.

Was wir an der Verbindung von Kathrine, der verurteilten Hexe Marion Lee, ihres Sohnes Luther und Jenni überprüfen konnten, haben wir mit Hilfe des Kirchenbuches und der Unterlagen im Spukhaus überprüft. Die volle Wahrheit kennen allerdings nur Gott und die Toten. Und ihre Geister mögen nun in Frieden ruhen…

Das Gemälde „Durch den Geisterwald“ und einige ältere Werke, die meiner eigenen Phantasie entsprungen sind, habe ich über eine von Herrn Whitefield organisierte Galerie verkauft. Natürlich unter dem Pseudonym Foster E. Knight. Vater erfährt besser nichts von meinem ernsthaften Interesse an der Kunst. Das Werk „Das Spukhaus“ wird vielleicht das nächste Buch von Edward zieren und mit dem Portrait von Cecilia konnte ich endgültig ihr Herz erobern.

 

Ja, kommen wir nun endlich zu Cecilia. Wie gesagt: Gestern durften wir Verlobung feiern. Sie hat nach den Erfahrungen Abstand von der Idee genommen, Kontakt zu ihren verstorbenen Eltern aufzunehmen. Ich hoffe ihr stattdessen der Halt sein zu können, den sie benötigt. Und auch meine Eltern waren ganz bezaubert von ihr und behandeln sie wie eine Tochter, was mit ein wenig Sorgen bereitet. Ich hoffe sie lässt sich nicht zu sehr von meinem Vater beeinflussen und endet wie meine Mutter. Als eine Frau, die nur damit beschäftigt ist den Mann an ihrer Seite zu repräsentieren und der ihre eigenen Kinder (wenn es mal so weit ist) fremd werden. Sie muss auch lernen an sich selbst zu denken und ihre eigenen Leidenschaften auszuleben. So wie ich meine Malerei.

Zumindest über den Punkt, wie viel Tabakkonsum sich für ein Fräulein geziemt, wird sie sich mit Vater wohl nie einig werden. Egal wie sehr sie sich nach jemandem sehnt, der ihr ihre Eltern ersetzt. Das ist ein Anfang. Damit will ich dieses Kapitel schließen und eine neue Seite im Buch des Lebens aufschlagen…

Das Original findet ihr wie immer im Cthulhu Forum: http://www.foren.pegasus.de/foren/topic/29109-spielbericht-das-geisterhaus-aus-die-bestie/?p=533911

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Das Tannerhill Haus Teil 2

Schon vor einiger Zeit ging es weiter:

So, dann will ich auch mal ein paar Worte dazu verlieren, bevor ich zu viel vergessen habe. Wobei die Gefahr bei der tollen Gedächtnisstütze nicht so groß ist. Ich hatte die Freude mitspielen zu dürfen und verkörperte dabei Edwin Foster Spofford, who always „imagined himself a better artist than a jurist“. Für den Sohn aus sehr gutem Hause waren die 50$ Teilnahmegebühr nicht wirklich abschreckend. Zumal er sich Inspiration für seine Malerei erhoffte. Denn auch wenn er fast reflexartig beteuert, es wäre nur ein Hobby, sieht er in der Kunst seine eigentliche Berufung.

Bis auf Herbert Whitefield, den Manager des Mediums, kannte er keinen der Mitreisenden. Und auch dieser war ihm nur durch einen kurzen Briefwechsel bekannt. Daher lernte er die Leute – einschließlich der übrigen Spielercharaktere – während der Busfahrt kennen. Diese dauerte fast drei Stunden Spielzeit. Was interessant ist, weil wir uns erst am Vorabend darüber unterhalten hatten, wie sehr es nerven kann, wenn banale Dinge im Rollenspiel zu viel Raum einnehmen. Aber hier hat es gepasst. Mit manchen Spieler wird eben das Banale zum stimmungsvollen und stimmigen Genuss, während mit andern…

Das besondere Interesse des Jungspundes erregte natürlich die hübsche Cecilia Petersen. Er bot ihr sogleich an, ihre Koffer zu tragen. Doch noch ehe er ausgesprochen hatte, hatte das Bud der Busfahrer bereits erledigt. Das Fräulein schien ihm dennoch nicht abgeneigt zu sein und so half er ihr zumindest beim Einsteigen und setzte sich mit Freuden neben die Kettenraucherin. Ja, 1927 durfte in Bussen noch gequalmt werden.

Paul gesellte sich für ein Gespräch über Mütter zu ihnen und Edwin ließ durchblicken, dass seine eigene Mutter zu beschäftigt gewesen war, um ihm viel Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Dafür habe sie Kindermädchen gehabt. Die eigentliche Schuld schrieb er aber seinem Vater und dessen hohen Anforderungen zu. Danach kam auch Floyd hinzu und entlockte Cecilia mehr von ihrer rührseligen Geschichte, als der Student, der sich inzwischen selbst eine Zigarre angezündet hatte.

Als Waisenkind aus reichem Hause wisse sie nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anfangen solle. Sie hoffe darauf, dass sie über Paul LeMond den Rat ihrer Eltern einholen könne. Edwin findet es eigentlich ziemlich beneidenswert keine Eltern zu haben, die einem vorschreiben, was man mit seinem Leben anfangen soll. Er ist aber feinfühlig genug zu schweigen.

Ein Aufenthalt, auf dem sie von Martha Brown gut versorgt werden, bietet Gelegenheit auch Edward kennenzulernen. Edwin, der in seiner Kunst ebenfalls das Morbide thematisiert, ist dem Autor recht zugetan und will bei Gelegenheit vielleicht auch ein paar von dessen Büchern erwerben, um sich dadurch inspirieren zu lassen. Solche Werke finden sich schließlich schwerlich in der Universitätsbibliothek.

Danach geht es weiter nach Corbis Woods zu dem Spukhaus. Kurz vor dem Ziel versperrt ein LKW mit Reifenpanne den Weg und während Edward und Floyd die letzten Meter zu Fuß gehen, nutzt der Maler die Pause, um seine Impressionen der schmalen Waldstraße und des alten Hauses auf dem Hügel in seinem Skizzenbuch festzuhalten. Seine dritte schnelle Zeichnung zeigt Cecilia und sie scheint sich darüber zu freuen, als er ihr die Skizze zeigt. An dieser Stelle musste ich schon ein wenig darüber schmunzeln, dass der Spieler unseres Bühnenmagiers nebenbei eine schnelle Skizze zu jeder erwähnten Person anfertigte, während ich selbst frei von jedem zeichnerischen Talent bin. Naja, zumindest der Charakter hat Malerei auf 70.

Im Haus, das die Familie des Auftragsgebers in dessen früher Kindheit verlassen hat, finden sich leider keine interessanten Bilder. Auf der Suche nach einem persönlichen Gegenstand der verstobenen Schwester, deren Geist gerufen werden soll, interessiert sich Edwin besonders für den Dachboden. Dort findet er hauptsächlich Papiere, die ihn nichts angehen und die er nicht weiter sichtet. Die Gelegenheit Cecilia mit dem Feldbett zu helfen, lässt er sich entgehen. Diese wird von Edward wahrgenommen.

Floyd war auf seiner Suche im ehemaligen Kinderzimmer erfolgreicher und so kann bald die erste Séance beginnen. Edwin und Edward postieren sich günstig neben Cailín und kommen so in den Genuss Händchen zu halten. Hier ist interessant, dass vor allem der Autor überzeugt ist bald einen Geist zu sehen. Der Jurist hält es zumindest für gut möglich und der Bühnenmagier für ausgeschlossen. Die Beschwörung könnte sich auch mit guter Schauspielerei und Bauchrednerkunst erklären lassen. Doch ausgerechnet Floyd bekommt nun einen Geist zu sehen. Den von Kathrine, die von Jennifer, der beschworenen Schwester, und ihrem mysteriösen Spielkammeraden gefürchtet wird. Und gerade, dass er nun an die Sache glaubt, führt dazu, dass die anderen plötzlich alles in Frage stellen. Für sie scheint nun klar, dass der Bühnenmagier von Anfang an Teil der Aufführung war. Aber sie geben zu, dass die Show 50$ wert ist.

Auch Kathrine wird beschworen und sie berichtet davon, dass sie das Böse zurückhält. Sie fordert die Geisterjäger auf ihr zu helfen. Da ihre Erscheinung mit extremer Kälte einherging, glauben Edward und Edwin, dass es irgendwo einen Eisvorrat geben muss. Sie untersuchen deshalb den Keller und wundern sich sehr darüber mit welchem Effekt es den Drahtziehern dieses Spuks gelingt sie mental davon abzuhalten die Tür einzuschlagen. Floyd, der eigentlich das Geheimnis der Eiskammer schützen müsste, gelingt es schließlich die Tür einzurennen.

Dort finden sie den blutigen und physikalisch unmöglich erklärbaren Nagel, der auch die Zweifler überzeugt. Denn die rote Flüssigkeit tropft vom Nagelkopf am oberen Ende. Doch sie wissen noch immer nicht, ob nun Kathrine zurecht vor dem Sohn des Teufels und mutmaßlichen Spielgefährten Jennifers warnt, oder ob nicht sie eine verlogene Hexe ist. Für diesen Tag sind sie aber zu müde, um der Lösung näher zu kommen, und gehen schlafen.

Das Weinen von Kindern weckt in der Nacht erst Edward und dann Floyd. Sie wecken auch Edwin und den Hausherren. Im Keller treffen sie auf die Haushälterin, die mit der Axt in der Hand schlafzuwandeln scheint. Oder ist sie besessen? In ihrer Anwesenheit kommt die Frau aber wieder zu sich und wirkt selbst überrascht. Man beschließt, dass Martha besser nicht mehr alleine und so nahe am Keller schlafen sollte, und quartiert sie bei Cecilia im ersten Stock ein. Außerdem will man am folgenden Tag mehr herausfinden. Edwin will sich die Briefe nun doch näher ansehen, während Edward und Cecilia im Ort den Reverend aufsuchen und ein eventuelles örtliches Archiv durchsuchen wollen. Der folgende Morgen musste aber auch auf einen weiteren Spieltag verlegt werden. Ich freue mich schon darauf.

Das Original ist wie immer hier zu finden: http://www.foren.pegasus.de/foren/topic/29109-spielbericht-das-geisterhaus-aus-die-bestie/?p=531570

Das Tannerhill Haus

Derzeit spiele ich in 2 Runden Cthulhu. Während ich mich in meiner Hauptgruppe gerade durch die Königsdämmerung schlage, spiele ich in der 2. Gruppe eine lose Aneinanderreihung von Abenteuern. Wir kämpfen uns gerade durch das Tannerhill Haus, die Spuksektion aus dem 1. Teil der Bestie. Dies ist nun Teil 1 des Berichts.

Vor dem 15. Juli 1927 reagierten Edward Jeffries, ein halbwegs erfolgreicher Autor von Gruselromanen, Edwin Foster Spofort, Künstler und Jurastudent der Universität zu Yale und dort Mitglied der Skulls& Bones, sowie Floyd Dark, mit bürgerlichem Namen Floyd Daugherty und seines Zeichens erfolgreicher Bühnenzauberer, auf diese Anzeige:
http://www.pegasus.d…ungsanzeige.jpg
Publiziert sie in verschiedenen überregionalen Zeitungen auf Veranlassung von Herbert Whitefield, Auftragnehmer von Robert Carrington und Künstlermanager des Mediums Paul LeMond. In der schriftlichen Korrespondenz und in einem Telefongespräch zwischen Herbert und Floyd wurden Details der Veranstaltung nicht näher geschildert.

Während Edwin und Edward schon am 14. Juli am Vorabend nach New York gekommen sind – beide leben außerhalb der Stadt -, reist Floyd erst in den frühen Morgenstunden an. Denn die Wochenendurlauber und die Veranstalter der Reise würden am 15. Juli morgens um 07:00Uhr gemeinsam mit einem Reisebus nach Neu England reisen.
Am Busterminal stellen sich alle Figuren nach und nach vor – anwesend sind neben den drei Investigatoren sowie dem Manager, dem Auftraggeber und dem Medium außerdem die junge und nervöse Frau Cecilia Petersen sowie für die Verkostung beauftragt Frau Martha Brown. Cecilia weckt umgehend das Interesse insbesondere von Edward. Der Busfahrer Bud räumt das Gepäck in den hinteren Teil des Busses statt des Laderaums darunter ein.
Als alle nacheinander einsteigen, erscheint die Mutter von Paul LeMond und übergibt ihm in theatralischer Manier eine Decke sowie seine Lieblingskekse. Sichtlich peinlich berührt kann sich Paul jedoch von ihr lösen; und kaum sitzt er im Bus, verwickelt er Edward in ein Gespräch über Mütter, um dabei zu lernen, dass Edwards Mutter sich um die Familienangelegenheiten gekümmert hat, während typische Mutteraufgaben von Haushälterinnen wahrgenommen wurden. Es werden Kekse gegessen.

Die Fahrt mit dem Bus dauert den ganzen Tag über. Dabei werden im Verlauf des Tages mehrere Pausen eingelegt, um zum Beispiel etwas zu essen. Martha gelingt es, mit einfachen Mitteln gute und begehrte Sandwiches zuzubereiten.
Während der Fahrt tauschen sich Floyd und Edward intensiv aus – nicht zuletzt, weil Floyd Bücher von Edward kennt und Ideen daraus für seine Show übernommen hat. Während Floyd davon ausgeht, dass die Veranstaltung eine große Show ist, von der er sich das eine oder andere für seine Show abgucken möchte, geht Edward davon aus, dass wirklich Geister gesehen werden. In Gesprächen mit Herbert, Robert und Paul finden die Investigatoren heraus, dass sie das Carrington-Haus betreten werden, ohne dass es für ihre Ankunft vorbereitet sein wird. Robert hat das Gebäude geerbt und vor kurzem besucht. Dabei soll ihm der Geist seiner verstorbenen Schwester begegnet sein. Deshalb hat er sich an Paul gewandt, um ihren Geist zu beschwören; denn er will herausfinden, was passiert ist.
Robert erklärt weiterhin, dass er als Kleinkind mit seinem Vater das Haus verließ, nachdem seine Schwester dort verstarb – wie genau, das ist ihm nicht bekannt. Damals verließ ihn auch seine Mutter, die in einem Sanatorium versorgt wurde; während ihres Aufenthaltes verstarb sie allerdings. Seit damals, das war zum Jahrhundertwechsel, waren weder er noch sein Vater jemals in diesem Haus.
Herbert und Floyd kommen während einer Pause ins Gespräch. Dabei lässt Herbert durchblicken, dass er Geisterbeschwörungen selbst nur für eine Show halten würde; er bietet Floyd an, für ihn in Zukunft als Manager aufzutreten, um ihm exklusive Auftrittsmöglichkeiten einzuräumen – vielleicht sogar (!) eine Zusammenarbeit mit Paul LeMond.
Während der Fahrt beschreibt Herbert den Gästen, dass das Haus von Robert am Rande des Ortes Corbis Woods liegt – ein kleiner Weiler mit vielleicht 25 bis 30 Häusern. Das Haus von Robert befindet sich auf einem Hügel am Rande des Ortes und blickt auf das Dorf herab. Während der Ort etwa 1630 gegründet wurde, wurde das Haus erst 1680 errichtet; es sei aufgrund seiner Lage und Bauweise der Prototyp eines Spukhauses.
Zwischendurch erläutert Paul, wie Seancen funktionieren und was sich bei Geistbegegnungen ereignen kann. So erläutert er, dass Geister häufig durch starke Gefühle an einen Ort gebunden sind. Solche Gefühle können mit persönlichen Gegenständen zusammenhängen; deshalb empfiehlt er, bei Ankunft nach besonderen persönlichen Gegenständen von Jennifer Carrington – die Schwester von Robert – zu suchen, da Robert keine solchen Gegenstände hat. Robert meint sich vage zu erinnern, dass seine Schwester häufig mit einem Springteufel gespielt hätte.

Am Abend fährt der Bus durch Corbis Woods hindurch. Die Investigatoren erkennen umgehend, dass ihr Bus bei den Dorfbewohnern Verwunderung auslöst. Im Ort gibt es als einziges auffälliges Gebäude eine Kirche. An der Hauptstraße ist nur ein Geschäft – ein Krämerladen – zu sehen. Im Ort wird nicht gestoppt, sondern direkt in Richtung des Carrington-Haus weitergefahren. Kurz vor dem Haus muss der Bus aber wegen der Reifenpanne eines anderen Lkws anhalten. Der Holztransporter von Herrn Tom Riley blockiert die Straße. Die Unterbrechung wird von Edward genutzt, um ein Bild von Cecilia zu zeichnen, die sich sichtlich geschmeichelt fühlt. Edwin und Floyd gehen derweil voraus zum Haus.
Das Haus macht einen verlassenen Eindruck – die Fenster sind schmutzig, die Farben an der Fassade sind vom Wetter verblichen. Einzelne Bretter der Fassade haben sich über die Jahre gelöst. Das Gebäude hat über dem Erdgeschoss ein ausgebautes erstes Stockwerk und ein hoch aufragendes Satteldach mit zwei Schornsteinen. Die Veranda ragt über die volle Häuserbreite und ist etwa eineinhalb Meter tief. Die doppelflüglige Haustür ist verriegelt. Das Gras um das Haus herum ist hoch und wild gewachsen – ganz sicher war hier schon länger niemand.
Nachdem sie die ersten Eindrücke gesammelt haben, fährt der Bus mit den weiteren Reisenden vor. Paul erinnert die Besucher, beim Beziehen der Zimmer nach persönlichen Gegenständen zu suchen. Während Bud den Bus ausräumt, betritt Martha umgehend und beginnt damit, ein einfaches Abendmahl vorzubereiten. Dabei empfiehlt Paul, schon gleich im Anschluss daran den Geist von Jennifer zu rufen.

Alle Fahrtteilnehmer verschaffen sich einen ersten Eindruck des Hauses und beziehen die Zimmer. Edward setzt sich dabei besonders vorkommend um Cecilia. Floyd stellt fest, dass das einzige unmöblierte Zimmer ausgesprochen kalt ist; auch Edward und Edwin sind dabei und wundern sich darüber.
Nachdem die Investigatoren ihren Platz gefunden haben, begibt sich Edwin auf den Dachboden, weil er dort noch Spielzeug von Jennifer vermutet. Derweil durchsucht Floyd das alte Kinderzimmer. Auf dem Dachboden findet Edwin zahlreiche Kisten und Kartons, in denen Haushaltskram, Haushaltsbücher und Korrespondenz der Carringtons gelagert sind. Floyd findet in einer Kiste neben einem alten Teddybär, einer kaputten Puppe und diversem Spielzeug auch einen alten Springteufel. Diesen übergibt er Robert.

Das Abendmahl zeigt einmal mehr, wie gut Martha darin ist, mit wenig Zutaten ein schmackhaftes Essen zuzubereiten. Danach gehen alle Besucher dazu über, den Geist von Jennifer zu rufen.
Dazu wählen sie das Speisezimmer und sitzen dort im Kreis. Sie fassen sich an den Händen, wobei Paul von Robert und Herbert zu seinen Seiten an der Schulter gefasst wird, während er den Springteufel von Jennifer in der Hand hält. Er intoniert die Seance und bittet den Geist von Jennifer, ihm und der Gesellschaft zu begegnen. Er stellt sich vor und bittet sie ein ums andere Mal, während er zwischen drin mit kaum verständlicher Stimme irgendwelche Formeln spricht. Dabei kurbelt er langsam an dem Springteufel.
Plötzlich wirft er seinen Kopf nach hinten, und seine Hände und sein Körper verkrampfen. Als sich seine Augen öffnen, sind die Augen nach innen gerollt. Er räkelt sich mehrfach, als plötzlich eine kindliche Stimme spricht – die Stimme eines kleinen Mädchens, die Robert direkt anspricht. Sie erzählt davon, dass es ihr Leid tue, ihn verlassen zu haben. Aber sie sei nicht allein, sondern ihr Freund sei bei ihr.
Plötzlich hören zunächst nur Edward und Jennifer Schritte im Zimmer über der Gesellschaft. Als die Schritte die Treppe zum Erdgeschoss erreichen, wird Jennifer panischer. Sie spricht von „Ihr“, weshalb Jennifer weg müsse und freigelassen werden müsse. Aber Paul lässt sie nicht los. Dann rappelt es an der Tür von der Diele zum Speisezimmer. Die Türklinke bewegt sich heftig hin und her. In dem Durchgang zur Küche taucht Martha auf, die völlig irritiert über die Ereignisse ist und wie angewurzelt stehenbleibt.

Dann bricht Paul kurz zusammen und atmet schwer. Floyd springt auf und eilt zur rappelnden Tür. Als er sie öffnet, schlägt ihm eine Kälte entgegen. Er sieht vor sich die schemenhafte Gestalt einer Frau, die in die Kleider einer Puritanerin des ausgehenden 17. Jahrhunderts gekleidet ist. Sie erzählt ihm, dass sie, Kathrine, hier ist, um den Sohn Satans unter Kontrolle zu halten. Sie brauche seine Hilfe und bittet ihn, ihr zu folgen.
Als auch die anderen Investigatoren sich an der Tür versammeln, sehen sie den Geist nicht. Floyd versucht zu erklären, was er sieht und was ihm widerfahren ist, aber Edward und Edwin glauben ihm nicht. Auch Paul, Herbert und Robert kommen dazu, während Cecilia den Schock des Erlebten noch verarbeitet.
Alle laufen in das erste Stockwerk und dort in das kalte Zimmer. Dort haben sich auf den Fenstern millimeterdick Eisblumen gebildet. Alle Flächen sind mit einer dicken Rauhreifschicht überzogen. Und von der Decke ziehen sich wie Eiszapfen lange Eisfäden an den Wänden herab. Die Kälte ist beißend und nimmt der Gesellschaft den Atem. Es entsteht eine kurze heftige Diskussion ob hier mit besonderen technischen Mitteln eine Zaubershow veranstaltet wird. Edward äußert, dass Floyd offenbar von Herbert und Paul engagiert worden sind, um dieses Abenteuer zu verstärken – was Edward auch großartig findet, weil er für seine $50,- viel geboten bekommt. Herbert protestiert, während Paul erklärt, dass umgehend in diesem Raum eine Seance gemacht werden müsste, um auch den Geist der Frau zu rufen.

Die Gesellschaft wiederholt nun die Seance in diesem Raum. Und tatsächlich gelingt es Paul, Kathrine durch seinen Mund sprechen zu lassen – aber wenn sie spricht, dann redet sie mit den Mündern von Paul und Floyd. Dabei hat Floyd den Eindruck, dass er irgendwie wie ausgeschlossen in seinem Körper steckt.
Kathrine erklärt, sie wäre die Frau von Quentin Tannerhill; sie waren kinderlos. Deshalb entschied Quentin, den Sohn der Hexe Marion Lee aufzunehmen, als Marion als Hexe Gottes Willen zu spüren bekam. Doch der Sohn Luther war der Sohn des Teufels. Und es war nötig, ihn zu züchtigen und unter Kontrolle zu halten – ultimativ dadurch, ihn nach dem Willen Gottes aus der heiligen Schrift zu töten, obwohl dies dem Gebot, man solle nicht töten, zuwider lief. Nun sei es ihre Aufgabe, alles dafür zu tun, um den Sohn des Teufels an diesem Ort zu binden.
Als sie gefragt wird, was die Investigatoren unternehmen könnten, versucht auch Floyd, durch diese unsichtbare Wand hindurch zu dringen. Dabei verliert er das Bewusstsein, und der Kreis der Seance wird durchbrochen. Der Kontakt zu Kathrine reißt ab.

Wenige Minuten später kommt Floyd langsam zu sich. Die Investigatoren überlegen, was sie unternehmen können. Sie glauben noch immer, dass das eine große Show sei, die von Herbert, Paul und Floyd veranstaltet wird. Um das zu belegen, wollen Edward und Edwin den Keller untersuchen; dort finden sich bestimmt tonnenweise Eis und Geräte, um all die Effekte in diesem Haus hervorzurufen. Floyd argumentiert, dass dieser Aufwand doch in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu den Teilnahmegeldern stehen würde. Aber er wird nicht gehört.
Während alle anderen sich ihren Betten zuwenden – es ist mittlerweile weit nach 22:00 Uhr am Abend -, begeben sich die drei Investigatoren in den Keller. Dieser wirkt relativ aufgeräumt und gut sortiert. Während sich Floyd in den verschiedenen Abteilungen ziellos umsieht, widmen sich Edwin und Edward der einzigen Tür, die verschlossen ist.
Als Edward als erster die Tür mit einer Axt aufbrechen will, erlebt er einen stechenden Schmerz im Kopf. Alles um ihn herum verdunkelt sich kurz, und er hört mehrmals ein Stimme in seinem Kopf, die ihm verbietet, durch die Tür zu gehen. Verwirrt legt er die Axt ab und erzählt Edwin, was ihm passiert ist.
Daraufhin will Edwin die Tür aufbrechen, wobei ihm das gleiche widerfährt. Sie vermuten, dass ihnen hier durch das Abendessen irgendetwas eingeflößt wurde, was irgendwie diese Reaktionen auslöst. Daher fordert sie Floyd auf, die Tür einzuschlagen.
Als Floyd die Axt annehmen will, zieht sich seine Hand wie von Geisterhand weg. Er will die Axt nicht aufnehmen. Stattdessen nimmt er Anlauf, um die Tür zu durchbrechen. Und es gelingt ihm sogar. Er stürzt in einen nicht ausgebauten Kellerabschnitt, und Edward und Edwin folgen ihm.
Sie sehen in einer Ecke viel Geröll; über den Haufen wundern sie sich. Aber sie wundern sich noch viel mehr über einen Zimmermannsnagel in einem der stützenden Balken. Denn sie zeigt nach oben, und von seinem Kopf tropfen warme Blutstropfen, die sich auf dem Boden eine kleine Pfütze gebildet haben. Die Investigatoren stellen fest, dass hier keine Leitungen vorhanden sind. Auch klingt der Balken äußerst massiv. Jetzt realisieren sie, dass es hier nicht mit rechten Dingen vor sich gehen kann.

Mit diesen Erlebnissen und Erkenntnissen begeben sich die Investigatoren zu Bett. Doch nachts wird zunächst Edward und kurze Zeit später auch Floyd von weinenden Kinderstimmen geweckt. Sie wecken Edwin und entscheiden sich, zu dritt diesen Stimmen zu folgen. Als sie im Erdgeschoss ankommen, beschließt Floyd, auch Robert hinzuziehen, und geht wieder in das erste Stock. Edwin und Edward dringen derweil bis zum Keller vor, von wo die Stimmen ertönen. Floyd gelingt es, Robert zu wecken, der dann auch das Kindergejammer hört. Sie folgen daher Edwin und Edward, die im Keller Martha entdecken, wie sie mit einer Axt in Richtung des zweiten, nicht ausgebauten Kellerzimmers geht. Sie ist überrascht über das Erscheinen der Investigatoren und irritiert, dass sie eine Axt in den Händen hält. Diese lässt sie umgehend fallen, und sie verlässt den Keller. Nun sind auch Robert und Floyd im Keller. Zu viert treten sie zur Tür zum zweiten Kellerraum, und das Kindergejammer endet. Die Investigatoren zeigen Robert den Nagel, bei dem eine merkwürdige Begeisterung entsteht. Er erklärt, er hätte bei seinem ersten Besuch den Reverend um einen Exorzismus gebeten; dieser hätte aber abgewunken – aber mit diesem Nagel hätte er doch den Beweis, dass hier etwas im Argen ist. Die Investigatoren meinen jedoch, dass vielleicht der Reverend oder das Dorf hier etwas verborgen halten wollen – oder sie wissen vom Geist des Teufels, sodass die Folgen eines Exorzismus nicht absehbar sein würden.

Am nächsten Morgen frühstückt die Reisegesellschaft. Sie sind weitgehend übernächtigt. Sie besprechen sich, was sie erlebt haben und überlegen, was sie tun sollen. Sie wissen nun, dass jedenfalls zwei Geister anwesend sind. Und sie vermuten, dass möglicherweise noch ein dritter anwesend sein könnte – vielleicht Luther, der Sohn des Teufels sein soll? Es wird viel spekuliert. Deshalb regt Paul an, vielleicht mehr herauszufinden. Edwin erklärt, er habe in der Bibliothek des Hauses Bücher und alte Zeitungen gesehen; außerdem befindet sich allerlei Kram auf dem Dachgeschoss. Cecilia meint, sie wollte eh ins Dorf gehen; vielleicht könnte sie dann auch den Reverend ansprechen.

Der Originalbericht ist hier zu finden: http://www.foren.pegasus.de/foren/topic/29109-spielbericht-das-geisterhaus-aus-die-bestie/?p=529467

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Spielleiters.